AT
VANCE
„VII“
(AFM) 10/10
Eigentlich kaum zu glauben, dass eine dermaßen inniglich gemachte Superveröffentlichung
wie diese aus deutschen Landen stammt – viel eher tippt der Unwissende hier
doch höchstwahrscheinlich auf eindeutig skandinavische Herkunft. Und dies
liegt nicht zuletzt auch an den wirklich herrlichen und zeitlosen Melodien,
die hierfür erschaffen worden sind. Einheimische Bands haben in den allermeisten
Fällen eben viel zu wenig Herzblut und Passion für die eigene Sache
im Leib, um in diesem stilistischen Bereich wirklich große Kunst aufs
kreative Parkett zu zaubern. Umso schöner, was es hier Exquisites zu hören
gibt. Multiinstrumentalist und At Vance-Chefdenker
Olaf Lenk legt aktuell also amtlich nach: Das neue und siebte Studioalbum „VII“
von At Vance ist eine hochkarätige Melodic Power Metal-Scheibe geworden,
welche der guten alten 80er Schule dieser Richtung mit den vorstellbar feinsten
Hardrock- und Neoklassik-Querverweisen frönt. Und nicht nur mit jeder eigens
komponierten Nummer, sondern auch mit dem schwedischen Gesangstalent Rick Altzi
von Treasure Island hat der musikalisch so sehr talentierte Personenkarussellverwalter
Lenk wieder mal einen echten Glücksgriff getan. Der Vorgänger Mats
Leven ist somit zu verschmerzen. Flüssig perlende Spielfreuden kennzeichnen
jede Sekunde dieser tollen Platte. Aufwühlend gefühlvolle und bemerkenswert
songdienlich niveauvolle Arrangements vom Feinsten lassen fesselnde Dramatiken
wie aus dem Bilderbuch zum Tragen kommen. Teils schwärmerische, teils rührende
balladeske Anklänge von zum Glück vollkommen schmalzfreier Erscheinung
sorgen für nötigen Abwechslungs- und Kontrastreichtum. Fanatische
Anhänger von At Vance, und nicht nur die, werden diese exzellente Scheibe
vergöttern, und man kann es ihnen nicht verdenken. Denn selbst in den vereinzelten
blitzsauber gezockten Speed Metal-Anleihen brilliert der begabte Musikus nach
allen Regeln der Kunst, welcher seine „Neue“ auch noch im eigenen Studio selbst
superb produziert hat. Volle Punktzahl für volle Leistung. So einfach ist
das.
© Markus Eck
(10.06.2007)