AD/AC

„A Tribute To AC/DC“

(Self-financed) --/10

Aus dem bayerischen Landsberg am Lech stammt diese wirklich außergewöhnliche AC/DC-Coverband, welche gewitzt den berühmten Firmennamen des großen deutschen Auto-Dienstleisters adaptierte. Tribute-Bands, werden im Hardrock beziehungsweise Heavy Metal, und ganz speziell im Falle AC/DC oder KISS, im Allgemeinen sowieso eher verständnisvoll belächelt als bewundert. Doch hier besteht ausnahmsweise einmal volle Existenzberechtigung.

 

„A Tribute To AC/DC“ beinhaltet vier hörbar beherzt nachgespielte Superhits der Großmeister, und zwar „Highway To Hell“, „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“, „Hell Ain´t A Bad Place To Be“ sowie „Stiff Upper Lip”. Instrumentell routiniert und daher überaus versiert, legen AD/AC dabei eine ausgeprägte Spielfreude an den Tag, die man zu jeder Sekunde heraushören kann. So sind die vier Lieder überraschend gut bis fast perfekt nachgespielt, eine verdammt reife Leistung muss dem Quintett bescheinigt werden. Shouter Goodman legt sich auch nach allen vorhandenen Kräften ins Stimmband-Zeug, und liefert in „Stiff Upper Lip“ beinahe perfekt imitierten Gesang, so soll es hier sein. Die kehlig gepresste Stimmphrasierung von Brian Johnson scheint ihm aber sowieso ein wenig mehr zu liegen als Bon´s unvergessene Rockröhre. Dass die Textzeilen vom guten Goodman, speziell in „Highway To Hell“, nicht immer dem Original entsprechend getreu wiedergegeben werden, stört mich jedenfalls überhaupt nicht. Nach einer Viertelstunde ist die inbrünstig gerockte Vorstellung leider auch schon wieder vorüber, doch man kommt als aufrichtiger Verehrer der einmaligen australischen Originale fast nicht umhin, sich „A Tribute To AC/DC“ gleich noch mal anzuhören.

 

Als ich die Jungs daneben vor nicht allzu langer Zeit live sah, traute ich meinen Augen kaum. Denn Lead-Gitarrist Peter Hampl alias Bäda besticht durch beinahe klon-artige Optik, die seinem großen bzw. kleinwüchsigen australischen Vorbild Angus Young bis aufs allerletzte Haar gleicht: Größe, Statur, Frisur, Gesichtszüge, Mimik, Körpersprache – alles wirkt als perfekte sehenswerte Kopie. Zieht man dann noch die verwendete Schuluniform und das energische Stageacting Hampls in Betracht, bleibt eigentlich nur noch eine einzige, nicht wenig erheiternde Schlussfolgerung übrig:

 

Die Familie der beiden Young-Brüder Angus und Malcom siedelte bekannter Weise Mitte/Ende der 60er von Glasgow/Schottland nach Sydney/Australien über, weil ihr Vater sich dort bessere Arbeitsmöglichkeiten versprach. So steht es bis jetzt geschrieben. Doch der eigentliche Grund für diese damalige Auswanderung nach Down Under muss ein uneheliches Kind Young´s gewesen sein, vor dessen Existenz und anfallenden Alimentenverpflichtungen sich der Vater drücken wollte – die Mutter des so „verlorenen“ Sohnes, auf einmal alleingelassen und mächtig verzweifelt, setzte den schreienden Säugling kurzerhand im Gepäckraum eines Fliegers aus. Der sollte das Kind nach Ansicht der Mutter dahin bringen, wo es eine bessere Zukunft hatte. Ein Flugzeug also, welches im Direktkurs deutsche Gefilde ansteuerte. Das Findelkind gelangte so über allerlei Umwege bis nach Landsberg, wo es heute unter dem Namen Peter Hampl lebt und musiziert. Köstliche Vorstellung. Kontaktmöglichkeit: www.ad-ac.de


© Markus Eck

(10.02.2005)