
Entschlossener Neuanfang - Rückblick 2001-2005
Als Marco Hietala 2001 nach dem Ausscheiden von Sami Vänska als Bassist
und männlicher Additionalsänger bei den Finnen einstieg, konnte er
bereits seit Mitte der 80er auf umfangreiche Erfahrungen als Musiker zurückblicken
vor allem mit seiner eigenen Band Tarot sowie bei Sinergy, mit denen
er zwei Alben aufgenommen hatte. Ein Jahr später erschien dann auch schon
das hocherfolgreiche Nightwish-Album Century Child, und Marco bewährte
sich nicht nur bestens als neuer Bandkollege und Musiker, sondern leistete auch
umfangreichen künstlerischen Eigenbeitrag dazu. Wie Marco mir berichtet,
war die erste Hälfe in der ersten Dekade des neuen Jahrtausends für
ihn also eine überaus ereignisreiche und spannende Zeit, die voller vielfältiger
Herausforderungen lag.
![]() |
Als ich damals in die Band eintrat, dachte ich nicht daran, wie das Ganze weitergehen beziehungsweise für mich enden könnte sondern ich wollte einfach mein Glück dort versuchen und das Beste draus machen. Eine solche Chance erhält man schließlich nicht alle Tage. Ich hatte von Anfang an riesige Freude in der Band, was sich bis zum heutigen Tage so erhalten hat worüber ich immens froh bin, verlässt es den Mund des dunkelblonden Tieftoners. |
Doch der ganz große Durchbruch sollte mit dem nächsten Album Once
im Jahr 2004 ja erst noch kommen. Marco hierzu, voller innerer Zufriedenheit
resümierend: Es war hochgradig interessant für mich, bei `Once`
mitarbeiten zu dürfen ich ging verdammt ambitioniert zu Werke, gab
alles. Wie alle anderen es schien jeder von uns genau zu wissen, dass
wir mit diesem Album einen riesigen Sprung nach vorne machen würden, auf
das nächste logische Level. Daher vertrauten wir auch vollauf auf die Songs,
ohne noch ewig daran herum zu experimentieren auch im Studio fühlten
wir eine beinahe seltsame Zufriedenheit beim Einspielen der Tracks.
Ja, das Ganze wurde dann auch, so der herzliche Bassist, schlagartig wirklich
riesengroß, und Nightwish kamen mit ihrer Musik beinahe um die ganze Welt
was sich auch rückblickend noch großartig für Marco anfühlt,
wie er ungekünstelt offenbart: Niemals mehr werde ich diese Zeit
vergessen wollen wir hatten als Band auf einmal erreicht, wovon wir insgeheim
schon immer träumten. Umso besser war: Weil wir es aber nicht partout drauf
anlegten, da hin zu kommen, wo wir schlagartig waren, konnten wir den Zustand
dieser höchsten Popularität noch intensiver auskosten. Wir waren uns
zwar sicher, mit `Once` einen echten Knaller am Start zu haben, aber solcherlei
Reaktionen von allen Seiten hätten wir nicht erwartet.
Die auch massenmedial extrem viel beachtete Trennung von Sängerin Tarja
im damaligen Oktober 2005 erlebte Marco dann auf seine ganz eigene Weise
er erinnert sich und erzählt mit immer wieder stockendem Redefluss: Es
war ja ein eigentlich nur natürlicher Vorgang Tarja konnte uns nicht
mehr zufrieden stellen und wir konnten Tarja nicht mehr das geben, was sie von
uns verlangte. Es musste ja ganz einfach soweit kommen. Die Trennung war unvermeidlich,
das ist Fakt. Und es hätte auch ganz unspektakulär ablaufen können,
eben so, wie es bei vernünftigen erwachsenen Menschen beziehungsweise Künstlern
halt der Fall ist. Doch es geriet außer Kontrolle, zumindest in der Welt
der sensationslüsternen Musikmedien, -Portale etc. Jetzt erst erkannten
wir wohl, wie sehr all die Leute an uns beziehungsweise an uns als Menschen
wirklich interessiert waren. Aber, um ganz ehrlich zu sein: Mir ging das ganze
Trara darum schon damals viel zu weit. Ein halbes Jahr lang ging es richtig
rund bei uns deswegen, wir kamen nicht zur Ruhe, weswegen ich zu der Zeit auch
keinerlei Interviews gab. Ich konnte und wollte es nicht mehr hören, immer
wieder dieselben belanglosen beziehungsweise listigen Fragen dazu. Am Ende schrieben
sie alle sowieso das, was sie wollten beziehungsweise wovon sie sich die höchste
Aufmerksamkeit erhofften. Sämtliche Zeitungen in Finnland waren voll damit
und beinahe jede davon dichtete ihre eigene Interpretation des Ganzen zu den
Fakten dazu was uns Verbleibende in der Band immens viele Nerven kostete.
Doch das ist Geschichte wir sind mit der Nachfolgerin Anette Olzon sehr
glücklich geworden. Einige Fans mögen wir wohl verloren haben deswegen
doch wir konnten auch viele dazu gewinnen.
© Markus Eck
(03.06.2010)