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Interview: ZYKLON
Titel: Gegen alle Fiktions-Konventionen

Ihre 2001er Debütalbum-Orgie „World Ov Worms“ gehört zu den absoluten Veröffentlichungs-Highlights dieses Jahres.

Hervorgebracht durch die ehemaligen Emperor-Musiker Samoth und Trym, stellten Zyklon darauf eine enorm spielversierte Death Black Metal-Staffel dar, deren musikalische Macht schon gleich auf diesem peitschenden Erstwerk einem gloriosen Triumphirat gleicht. Nun legt das norwegische Überdruckquartett nach: Aufgenommen im norwegischen Akkerhaugen Lydstudio und gemixt in den schwedischen Fredmann-Studiohallen, erschallte das neue Nachfolgealbum „Aeon“ erstmals vor eigens dafür geladenem internationalen Journalistenauditorium im Londoner Stadtteil Camden. Genauer gesagt, in der Mansarde des dortigen World´s End-Pubs.

Dorthin trug mich am sechsten Juni zwar kein dem Bandnamen entsprechender Wirbelsturm, eine Maschine der British Airways reichte jedoch vollkommen aus. Mit Saitengenius Samoth, Taktklopfer Trym, Lead-Gitarrist Destructhor als auch Frontkreischer und Tieftöner Secthdamon war die komplette Band anwesend, was mir ein ausführliches Gespräch mit Zyklon ermöglichte.

Destructhor und Secthdamon agieren übrigens tatkräftig bei den Extrembiestern Myrkskog, deren vernichtendes Songmaterial vor nicht allzu langer Zeit mittels eines zweiten Albums für einiges Aufhorchen sorgte. So hieß es, „Aeon“ sei „insgesamt um einiges langsamer“ und „noch um einiges heavyier“ als „World Ov Worms“ gehalten. Nun, das weckte meine Neugier in extremem Maße, welche dann gegen 17:30 Ortszeit endlich gestillt wurde.

Bei bereitgestellten Snacks donnerte der Opener „Psyklon Aeon“ zwischen die Reihen der circa 40 anwesenden Presseleute, gefolgt von den brandneuen Tracks „Core Solution“, „Subtle Manipulation“, „Two Thousand Years“ und „No Names Above The Names“. Und die zuvor noch gemachten Statements von Zyklon griffen jetzt vollkommen: „Aeon“ offenbarte sich als überraschend in der Spielgeschwindigkeit gedrosseltes Bizarrmanifest.

Das neue Album erinnert mich somit stellenweise an eine irgendwie recht vertrackte Kreuzung aus Morbid Angel und Emperor auf dem Zenit ihres Schaffens; dies jedoch lediglich als Orientierungshilfe.

Dominierte das superbe Debüt „World Ov Worms“ noch hochpräzise kontrolliertes Instrumentalchaos von mitunter astraler Anmut und vollkommen entfesselter Übermenschenkraft, war dieses Debütalbum noch eruptiv überschäumende Gitarrenraserei im todesmetallischen Prachtgewand, stellt „Aeon“ nun eigentlich eine starke bis sehr starke Modifizierung des imperialen Zyklon-Sounds dar.

Überwiegend bis stellenweise überlang schleppend und mitunter gar in leidend anklagender Agonie inszeniert, ist der ebenso beliebten wie auch erfolgreichen Band hier nun scheinbar doch so einiges vom anfangs so herrlich beherrschten und nur scheinbaren Klangchaos des wirklich epochalen Debüts verloren gegangen.

Durchgehend vollsattes Riffing kennzeichnet natürlich auch die folgenden Tracks „The Prophetic Method“, „Specimen Eruption“ und „Electric Current“, denen Trym mit hochenergischen Trommellektionen zu brachialer Taktung verhilft. Doch ist auch hier viel tiefer herunter skalierter, dann und wann Glen Benton-artiger Gesang als noch auf „World Ov Worms“ zu vernehmen – neben ständigen Tempowechseln und latenten Einflüssen von neueren Behemoth, welche neben einigen Metal-Soli stellenweise erst mal verdaut werden müssen.

Bisweilen ist auf „Aeon“ sogar an Bolt Thrower erinnernde Gitarrenarbeit zu hören, welche aber leider die von mir auf dem Debütalbum so geliebte akustische Entartung, den reinen musikalischen Wahnsinn, vermissen läßt. Mann kann mir sagen, was man will: Insgesamt wirken mir die vier norwegischen Beißteufel unter ihrem Anführer Samoth auf ihrem neuen Albumwerk unerklärlich zurückhaltend und beherrscht. Die Band wird ihre Gründe haben. Keyboards sind natürlich auch dabei, welche an einigen Songstellen an Emperor erinnern, deren Tastenkreationen waren jedoch um einiges mächtiger und epischer arrangiert. Dafür entschädigt die stark psychotisch angelegte Aura von „Aeon“. Der apokalyptisch anmutende Rausschmeißer „An Eclectic Manner“ beendete die Songlist von „Aeon“. Die neue Scheibe lief danach noch zweimal im bereitgestellten Player durch.

Zyklon erwarben sich bei mir bereits mit erwähntem Debüt den stolzen Titel „Elite Death Black Metal-Tornado“. Größtenteils erneut durch die kreativen Geistesvisionen der von Samoth und Trym erschaffen, weist der brandneue silberne Trommelfellvernichter jedoch eine nicht unerhebliche Veränderung im vormals überaus wildstürmischen Gesamtsound auf. Doch zeigt dieser natürlich trotzdem erneut übermächtige und gefährliche Äonensprenger seine instrumentalgewaltigen Urheber von einer merklich differenzierten künstlerischen Schaffensseite. Und nachdem das das erzürnte Chaosquartett seinen neuen tosenden und peitschende Schwermetallböen aus den schwefeldampfigen Höllenabgründen beziehungsweise Lautsprechern zischen ließ, sprach ich mit Gitarrist Thomas Haugen alias Samoth.

„Gegenwärtig fühlen wir uns alle echt großartig! Die letzten Monate waren wir sehr beschäftigt, um das neue Album zusammenzukriegen. Auch spielten wir schon einige Shows, um das neue Material der interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren“, strahlt mir Samoth entgegen, also der Mann, welcher mit der Black Metal-Offenbarung Emperor einst für einzigartige, erhabene und zeitlos mächtige Musikmomente majestätischer Schwarzstahlnatur sorgte und damit einem ganzen Genre von hoch oben herunter die Leviten las.

Und vernimmt man mit aller Neugier des nordischen Saitengroßmeisters musikalische Vorlieben der letzten Zeit, verwundert die aktuell vollzogene Soundmodifikation anschließend überhaupt nicht mehr:

„Grundsätzlich ziehe ich mir eine ganze Menge an Schwermetall rein, wie immer! Rückblickend gab es in der letzten Zeit aber leider nicht gerade sehr viele Bands, welche meine Aufmerksamkeit mit neuen musikalischen Impulsen erweckten und auf sich zogen – ehrlich gesagt, fällt mir im Moment wirklich keine einzige ein. Die Favoritenalben, die ich in meinem Auto neben einigen anderen Sachen schon seit längerem höre, sind das letzte Album von Darkane, die neue Zyklon-Advance-Aufnahme sowie diverse ältere Sachen von Sepultura.“

Dass er von Letzteren nur die frühen Sachen hört, ist verständlich. Mich interessierte im weiteren Gesprächsverlauf die zugrunde liegende Entwicklungsgeschichte des aktuellen Klangbildes, welches der neue akustische Monsterzyklon aus Norwegen so in den imaginären Hörerhimmel pinselt. Samoth resümiert in diesem Kontext zustimmend:

„Yeah, es sind schon einige langsamere Tracks auf „Aeon“ vorhanden. Doch ich würde uns nun nicht als eine neuerdings an Midtempo orientierte Death Metal-Truppe bezeichnen, überhaupt nicht. Auf dem aktuellen Album herrscht immer noch eine ausgeprägt hohe Intensität vor, welche die Geschicke von „Aeon“ bestimmt.“

Der Gitarrenfetzer wirft jedoch ein: „Gut, der Song `Two Thousand Years` ist vielleicht das langsamste Stück, welches wir jemals gemacht haben. Er ist wirklich sehr heavy und definiert sich meines Erachtens nach überwiegend über ein ausgesprochenes Industrial-Feeling, Ich denke aber, wir haben es somit geschafft, ein wirklich variantenreiches neues Album zu kreieren – der Song `The Prophetic Method” beispielsweise weist wiederum mehr ein wildes und entfesseltes Thrash Metal-Feeling auf.“

Samoths Ermessen nach vollzog sich die ins sturmerprobte Zyklon-Land gegangene musikalische Veränderung sowieso als ein vollkommen natürlicher Entwicklungsprozess: „Ich fühlte zu keiner Zeit der Entstehung von „Aeon“ einen aufkommenden und absichtlich gesteuerten Veränderungsfaktor bei Zyklon, alles entwickelte sich nach und nach rein intuitiv.“ Jedoch, wie Samoth nun auf einmal präzisiert: „Kurz nach dem ganzen Touren für das Debütalbum „World Ov Worms“ entschieden wir uns, unser zukünftiges Songmaterial für ein kommendes Album mehr heavy zu gestalten. Dieser Entschluss resultierte aus den vielen über die Zeit gemachten Live-Erfahrungen, denn sowohl wir als Band als auch unser Publikum fuhren um einiges mehr auf das gedrosseltere Material ab.“

Einen musikalischen Wirbelsturm von gar verheerender akustischer Windvehemenz stellte ihr 2001er Debütalbumwahnsinn „World Ov Worms“ ja dar, mit welchem viele Anhänger gewonnen werden konnten. Überaus gespannt darf man also schon sein, wie die zahlreichen mit „World Ov Worms“ gewonnenen Fans auf das neue Material reagieren werden.

Mein Gesprächspartner gibt sich da aber eher locker. „Oh, wir werden sehen!“, lacht Samoth schlitzohrig – und ergänzt seine Aussage rasch: „Es wird wohl sein wie immer, einige Leute werden die Veränderungen in unserem Sound verdammen, andere werden sie begrüßen. Man kann ja schließlich nicht Musik machen, die jedem gleich gut gefällt. Chronische Nörgler und notorische Besserwisser werden immer an irgendwas etwas zu meckern haben.“

So ist sich der Axeman auch ziemlich sicher, dass „Aeon“ seinen vorgesehenen Weg machen wird, Erfolg haben wird und einen weiteren Schritt nach vorne vom Debütalbum weg für Zyklon darstellt. Na, man wird sehen. Anschließend lenkte ich das ebenso ergiebige wie interessante Gespräch auf durch die neuen Songs entstehende Gefühlszustände, Samoth wünscht sich hier bei seinen Anhängern größtmöglichen Phantasienspielraum: „Grundsätzlich soll sich jeder Hörer geistig öffnen und seinen Imaginationen während unserer Musik völlig freien Lauf lassen. Ich möchte mit unserer Musik vielmehr dazu anregen, geistig offener zu werden und keinerlei Fiktionskonventionen zu verfallen.“

Klingt doch gut; ebenso wie der neue Albumtitel, welcher laut Samoth von der erwünschten Interpretationsbandbreite her nicht minder vielfältig ausgelegt ist.

„Eigentlich ist es von der Grundlage her ein wirklich sehr unterschiedlich auszulegender Titel. Jedoch kann „Aeon“ primär mit Leichtigkeit unserem Konzept über apokalyptische Visionen und Prophezeiungen assoziiert werden. Ich persönlich verbinde „Aeon“ aber auch genauso gut mit eigenen gemachten Lebenserfahrungen, welche mir zuteil wurden.“

Lebenserfahrungen, welche sicher auch sein ehemaliger Emperor-Drummer Bård ,Faust‘ Eithun in die Lyrics für das neue Album der ruhelosen Zyklonboten einfließen ließ: „Bård schrieb erneut, wie auch schon damals für unser Debüt „World Ov Worms“, wieder sämtliche Songtexte, welche sich auch im Großen und Ganzen wieder um dieselben Thematiken drehen: Fucking Metal und den schrecklichen Apokalypsetag des Weltuntergangs.“ Mehr wollte mein Gegenüber mir an diesem Tage leider nicht darüber verraten, ich wurde hier an die Faust’sche Urheberinstanz verwiesen. Korrekt, wie ich finde, denn der weiß sicher am besten über seine lyrischen Ergüsse Bescheid.

Dafür sollte mir dann Samoth wenigstens etwas über dem aktuellen Ohrenpeiniger zugrunde liegende Einflüsse berichten. Der tat sich jedoch ziemlich schwer, wie in Erfahrung zu bringen war: „Ich fand und finde es seit jeher gleichermaßen immer wieder verdammt hart, genau detaillierte inspirative Quellen für meine eigenen Songs zu nennen. Wenn ich Stücke komponiere, bin ich völlig in mich versunken. Anders funktioniert es einfach nicht, wie die Vergangenheit aufgezeigt hat. Meistens sind es sowieso unterschwellige und nicht präzise wahrnehmbare Gedankengänge, welche mich hier steuern und welche ich beim Komponieren verarbeite. Ich arbeite als Musiker dauerhaft und größtenteils völlig unabhängig von diversen Stimmungslagen, da verlasse ich mich lieber jederzeit vollkommen auf meine untrügliche kreative Intuition. Ob restlos frustriert, nachdenklich in mich versunken oder vor Funken sprühender Glückseligkeit schier zerspringend, die Bandbreite kennt eigentlich keine Grenzen. Oft entwickelt sich in mir auf ganz unverkrampfte und natürliche Art und Weise der Drang zum Komponieren. Sicherlich spielen hier jedoch auch andere Bands, welche wir mögen, eine gewichtige Rolle – wie beispielsweise Morbid Angel, Slayer und Red Harvest, nur um dir hier so einige davon zu nennen. Meine Mutter verstarb einige Wochen vor den Aufnahmen zu „Aeon“, was mich sicherlich auch stimmungsmäßig nach unten drückte.“

Mein angemessenes und aufrichtig Anteil nehmendes Beileid an dieser Stelle; dem Autoren dieser Zeilen widerfuhr vor längerer Zeit derselbe Schicksalsschlag. Doch das Leben geht weiter, so wie auch unser Interview. So gingen wir zum Frontcover-Artwork von „Aeon“ über, Griffbrettgroßmeister Samoth gibt offiziell Bekannt: „Das wurde komplett von unserem langjährigen Freund Stephen O’Malley übernommen. Ich gab ihm eine ganze Menge an Ideen samt entsprechend vorbereitetem Fotomaterial vor, mit welchem er arbeiten konnte und was ihm meiner Meinung nach ein echt grandioses Design für unser Werk ermöglichte. Nun kann ich es natürlich kaum noch abwarten, das fertige Produkt unserer Bemühungen endlich in den Händen zu halten.“ Allzu lange muss er ja nicht mehr darauf warten.

Seit ich Samoths neue Band kenne, interessierte mich auch ihre Verstehensweise des Bandnamens; ein musikalischer Zyklon? Wir erfahren:

„Unser Bandname steht hier sinnbildlich für die zerstörerische Kraft der Natur“, bricht es aus ihm heraus, und genau diese Aussage habe ich mir ehrlich gesagt auch erhofft. Anschließend konnte ich dem ebenso begnadeten wie auch dafür bekannten Gitarrenkönner gleich noch ein kleines aber feines, selbst dargelegtes Persönlichkeitsprofil entlocken. Er bekennt: „Ich bin überwiegend eine sehr bodenständige und geistig entspannte Person. Mein Privatleben ist mir jedoch über alles wichtig, deswegen soll es das in dieser Hinsicht auch schon wieder gewesen sein“, grinst er. Er, der laut nachfolgendem Statement absolut kein religiös empfindender und denkender Mensch ist, wie er mir mitteilt:

„Ich versuche immer und jederzeit, zuallererst an mich und meine Möglichkeiten als eigenständiges Individuum zu glauben. Aber ich vertrete dabei auch die Ansicht, dass Spiritualität, gleich welcher Art und Ausrichtung, an sich von entscheidender Relevanz für die harmonisch ausgewogene Gesamtheit einer menschlichen Existenz ist. Ich persönlich glaube an die Kraft und den Spirit der Natur. Ich liebe die Macht und die Einsamkeit der Natur.“ Der denkerische Six-Stringer spricht mir hier aus tiefster Seele.

Und er spricht auch gleich noch seine aktuellen Ziele betreffend „Aeon“ aus: „Eigentlich habe ich viele meiner abgesteckten Ziele während der Emperor-Tage bereits erreicht.“ Aber wie das bei impulsiven Künstlern wie Samoth halt nun mal so ist: „Sobald man ein Ziel erreicht hat, strebt man schon wieder das nächste an. So versucht man, gestalterisch immer größere und vor allem auch verschiedenere Schaffensdimensionen zu erreichen. In einer Band wie Zyklon zu sein, ist zu einem sehr großen und auch erfüllenden Bestandteil meines Lebens geworden. Und ein Ende dieser Aktivitäten ist hier so schnell noch nicht abzusehen.“

Erörtert haben wollte ich von Samoth auch noch meine ihm dargelegte Vermutung, ob die vielen immer wieder gestellten Interviewfragen bezüglich seiner Vergangenheit mit Emperor ihn aktuell bei Zyklon nicht ein wenig nerven? „Yeah, es ist sicher nicht das Aufregendste für mich, in Zyklon-Interviews immer wieder Auskünfte über Emperor geben zu müssen – aber es macht mich gleichzeitig doch auch recht froh und ich weiß es sehr zu schätzen, wenn Fans immer noch reges Interesse an Emperor haben und den Namen somit am Leben erhalten.“

Das Leben, es erfüllt Samoth hoffentlich auch seine zukünftigen Pläne. Hier nennt er sie gleich schon mal: „Ich habe eine ganze Menge vor in der nächsten Zeit. Für Zyklon lautet das am schnellsten umzusetzende Vorhaben jedoch, unser aktuelles Album zu promoten. So hoffen wir stark, noch in diesem Herbst 2003 durch Europa zu touren. Hoffentlich erhalten wir schon recht bald die genauen Tourdaten dafür.“

Gegen 20:00 folgte dann noch ein erfolgreiches und sehr gut besuchtes Special One Off Show-Konzert in den hauseigenen Kellergewölben des Underworld-Clubs, welches von den Blackend Records-Labelmates Void, Reign Of Erebus, Myrkskog und schließlich Zyklon als Headliner bestritten wurde. Void verpaßte ich erstmal, was sich im Nachhinein nicht gerade als Tragödie herausstellte.

Myrkskog zelebrierten einen hervorragenden und lautstark bejubelten Gig, welcher in den vordersten Reihen wildeste und ausuferndste Reaktionen hervorbrachte: Moshpits, Kollektiv-Banging, fliegende Matten, alles dabei. Nach kurzer Umbaupause enterten die Black Metal-Klischeebewahrer von Reign Of Erebus die Camdener Bühnenbretter. Nicht ganz so frenetisch abgefeiert wie Myrkskog, bemühten sie sich trotzdem redlich um bitterböse Atmosphäre und dargebotene Granithärte. Eine weitere Umbaupause brachte schließlich den eigentlichen Star des Abends ins Rampenlicht: Zyklon brachen los und lieferten eine vollkommen überzeugende Show, welche die neuen Songs von „Aeon“ zum Inhalt hatte.

Die Band hatte ihr Publikum im Griff, welches bei der gespielten Emperor-Coverversion von „I Am The Black Wizards“ vollkommen ausrastete. Direkt vor der Bühne zeigte ein gar orgiastisch tobendes Menschenknäuel dabei recht eindrucksvoll auf, welche immensen Energieschübe mitreißende Musik wie diese in der Gattung Homo Sapiens auszulösen imstande ist.

© Markus Eck, 16.06.2003

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