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Interview: TÝR
Titel: Der Anonymität entkommen

Nach dem germanischen Kriegsgott Tyr benannte sich diese immer beliebter werdende Pagan Viking Folk Metal-Horde.

Und die 1998 zusammengerauften färöischen Heidenkrieger sind nicht umsonst die bekannteste Schwermetalltruppe ihrer wasserreichen Inselheimat, wie das neue Týr-Studioalbum „Ragnarok“ beweist.

Das überwiegend balladeske und schleppende Material der Gruppe wurde diesmal für ein lyrisch ausgefeiltes Konzeptwerk verwendet.

Thematisch wagen sich Týr damit in die Götterdämmerung, beziehungsweise den Niedergang der alten nordischen Götter. Ich ruderte mal eben kurz rüber ins Hauptquartier der Hammerschwinger, wo ich mit Gitarrist und Sänger Heri Joensen gemütlich am Lagerfeuer zusammen saß.

„Aus Europa erhielten wir bislang eine ganze Menge positive Reaktionen auf unser Schaffen, sowie viele gute Rezensionen auf unsere Alben und Live-Gigs. Wir freuen uns schon riesig auf unsere kommenden Auftritte bei euch in Deutschland, welche wir zusammen mit den Apokalyptischen Reitern absolvieren werden. Nicht wenige Fans haben uns wissen lassen, dass sie die Konzerte extra wegen uns besuchen, was uns sehr glücklich macht.“

Dass die neue Veröffentlichung seines heroischen Trupps allzu typisch nach Týr klingt, darüber ist der Bandboss gar noch mehr entzückt.

Und Heri erzählt in diesem Zusammenhang:

„Darüber bin ich ehrlich gesagt sehr erleichtert. Ein anderer Interviewer meinte gestern, wir hätten mittlerweile einen ganz ureigenen Stil, was nicht besser für uns sein könnte. Denn das bedeutet, dass wir nicht mehr irgendeine anonym klingende Band sind, sondern das wir etwas völlig Neues geschaffen haben. Was soll ich sagen? Genau davon habe ich mein Leben lang geträumt.“

Die besten Songs des neuen Albums „Ragnarok“ sind laut Meinung des Týr-Chefs und Hauptsongwriters „The Hammer Of Thor“ und „Lord Of Lies“.

Er erläutert mir hierzu noch anschließend: „Die nordische Mythologie hat mich schon immer fasziniert. Sie inspiriert mich stets aufs Neue zum Komponieren und Ausarbeiten meiner Songtexte – doch dabei verliere ich mich niemals in Träumereien, sondern achte immer auf einen möglichst realen thematischen Bezug zur Gegenwart. Mein voller Respekt gilt Bands wie Iron Maiden oder Manowar. Jedoch würde ich persönlich niemals einen Text wie `Alexander The Great` verfassen, welcher ja eigentlich nichts anderes als eine Aneinanderreihung von historischen Fakten ist. Dabei bietet sich die Historie der Menschheit doch wirklich bestens an, um damit auf gegenwärtiger Basis stehend in die Zukunft zu sehen.“

© Markus Eck, 20.09.2006

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