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Interview: TRAIL OF TEARS
Titel: Gestärkte Wiederkehr

Mit ihrem letzten Studioalbum „Free Fall Into Fear“ zeigten sich die aus Kristiansand stammenden Norweger um Sänger Ronny Thorsen von einer überraschend harschen und gefährlich bissigen musikalischen Seite. Denn die einst so fulminant kultivierten Opulenz-Arrangements im zuvor schwer schwärmerischen Klangbild des skandinavischen Gothic Metal-Septetts wichen einer ganzen Latte an moderneren Einflüssen, wovon auch die neuerdings mannigfaltig aggressiv gewordenen Vokalisierungen nicht gänzlich unbehelligt blieben.

Wie Ronny berichtet, kreuzt seine Truppe nach turbulentem Kurs endlich wieder in ruhigeren Gewässern.

„Wir durchliefen wirklich eine sehr turbulente Periode, was einigen Ärger für uns mitbrachte. Doch die Dinge gestalten sich derzeit immer besser für Trail Of Tears. Auch beziehungsweise gerade der ereignisreiche Aufnahmeprozess zu `Free Fall Into Fear` war das reinste Desaster, die Probleme drohten beinahe überhand zu nehmen. Am Ende hätten wir dann auch noch beinahe die fertigen Recordings verloren. Der blanke Horror überkommt mich noch immer, wenn ich daran zurückdenke, ohne Übertreibung.“

Nach der Veröffentlichung des Albums mussten Trail Of Tears sich zwangsläufig eine Pause gönnen, so Ronny:

„Jeder von uns war auf mentaler Ebene extrem ausgebrannt. Ohne diese wohltuende Unterbrechung unsere Aktivitäten würde es uns als Band heutzutage wahrscheinlich gar nicht mehr geben. Ich denke, das sagt eine Menge aus. Der Break tat uns allesamt verdammt gut, endlich hatten wir jeder für sich die nötige Zeit und Muße, den Geist zu bereinigen und die Gedanken zu klären. Gerade für mich persönlich war es dabei sehr wichtig, meinen Fokus auch mal auf gänzlich andere Dinge als Musik legen zu können. Ich kann auch mit Sicherheit behaupten, dass die gesamte Trail Of Tears-Besatzung auffällig gestärkt aus dieser Situation zurückkehrte. Es fühlt sich für uns nun wieder richtig gut an, zusammen Musik zu machen. Mit Goran Bomann, dem ehemaligen Gitarristen von Carpathian Forest, haben wir einen guten neuen Sesssion-Klampfer gefunden. Er spielte bereits diverse Shows mit uns, und die Zusammenarbeit funktioniert auf allen Ebenen großartig.“

Solch ein wiedergekehrtes gutes Gefühl der Kooperation im Line-Up brachte natürlich auch einige neue Kompositionen mit sich, wie der Sänger höchst erfreut erzählt.

„Wir kamen letzten Sommer mit vielen neuen Ideen zusammen, und seither sind wir alle extrem produktiv. In einem Zeitraum von drei bis vier Monaten entstand dabei genug gutes Material für acht bis zehn neue Songs, was eigentlich eine für uns unglaublich schnelle Arbeitsweise ist. Bisher konnten wir stets Wochen, manchmal gar Monate, an einem einzigen Stück herumfeilen, so stellt diese für unsere Verhältnisse doch recht zügige Art des Songwritings eine gänzlich ungewohnte Erfahrung für uns dar.“

In diesem Zuge gerieten ihnen ihre neuen Songs zu viel spontaneren und mehr auf den Punkt kommenden Songgebilden, wie der Frontmann weiter ausführt. Dies werden nicht wenige der alten Anhänger voller Vorfreude begrüßen.

„Wie es im Moment noch aussieht, tendiert das neue Material wieder mehr in Richtung unseres Albums `A New Dimension Of Might`. Die Lieder werden also wieder eingängiger und melodischer.“

© Markus Eck, 04.01.2006

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