Top
Interview: THE PROWLERS
Titel: Humorvolle Herzblutmenschen

Nicht nur eine weitere Melodic Power Metal-Band im harten internationalen Vergleichswettbewerb stellen diese italienischen Spitzenkönner dar.

Denn The Prowlers machen ihre Sache mit literweise Herzblut und Hingabe. Wer „Devil´s Bridge“, das aktuelle Studioalbum der auf begnadete Weise mit betörenden Tonfolgen jonglierenden Römer hört, dem erschließen sich haufenweise feurige Kompositionen mit sehnsüchtiger musikalischer Seele.

Wir mir Schlagzeuger Claudio Cappabianca alias Dr. K mit einiger Irritiertheit offenbart, ist er gar nicht glücklich über meine Einschätzung, die Songs seiner Truppe würden typisch italienisch klingen.

„Hoffentlich liegt das nur daran, dass wir im Song `Devil´s Bridge Pt. II` einen Gastmusiker verpflichtet haben, der eine Mandoline spielt“, platzt es impulsiv aus dem Drummer heraus.

„Was den Rest der Stücke auf dem Album anbelangt, so denke ich ehrlich gesagt überhaupt nicht, dass sie sich landestypisch anhören, aber das ist für mich als Bandmitglied wohl auch ziemlich schwer zu beurteilen.“

Und das ist auch im Endeffekt ganz egal, denn die neuen Lieder der Römer können doch vollauf überzeugen.

Laut Statement von Dr. K führte gar letztlich die große Leidenschaft der Beteiligten für die gemeinsame musikalische Sache zum aktuellen Resultat.

„Zugute kommt unserer ohnehin harmonischen Zusammenarbeit auch die Tatsache, dass wir keine unnötigen Solotrips fahren. Wenn mal wieder einer von uns mit einer neuen Song-Idee in den Probenraum kommt, arbeiten wir geschlossen an der Weiterführung beziehungsweise den Bridges, den Melodien und den diversen Tempowechseln.“

Solcherlei Arbeitsweisen verwundern nicht, wenn man bedenkt, dass die Musiker in der Band schon seit beinahe zehn Jahren zusammenspielen. Der Stockschwinger erläutert hierzu:

„Das bindet mit ein, dass unsere stilistischen Einflüsse weitgehend die selben sind, vor allem im Metal-Bereich. Wir lieben klassisches Schwermetall ebenso wie Power- und Progressive Metal-Sachen. Nach all der gemeinsamen Zeit als Band gestaltet sich das Songwriting daher überaus leicht und dynamisch. Genau genommen ist es der schönste Teil unseres `Jobs` bei The Prowlers.“

Über die Erkundigung nach seinem Empfinden, wenn er an all die Leute denkt, die seine Musik hören, freut sich der trommelnde Doc sehr.

„Es fühlt sich schon verdammt seltsam in mir an, wenn ich genauer drüber nachdenke. Aber es erfüllt mich insgeheim mit gigantischer Freude.“

Und er lässt es sich auch nicht nehmen, ein Beispiel dazu zu erzählen.

„Als ich neulich mit meinem Auto zu einem Gig nahe Roms gefahren bin, die Karre war voll bis unters Dach mit meinem Drumkit, winkten mir vier andere Typen lautstark aus ihrem Auto heraus. Und als ich mein Autofenster herunterließ, stellte sich heraus, dass es Fans von uns waren, die gerade unser erstes Album lautstark laufen ließen. Ich fing an, lauthals zu lachen und schrie hinüber: `Hey Jungs, was hört ihr da nur wunderbare Musik an?` Das sind die Erlebnisse, die man als Musiker nie vergisst und nach denen man sich doch stets so sehr sehnt.“

Kein Zweifel bleibt da also zurück: Bei den Prowlers haben es die Hörer mit einer durch und durch ehrlichen Kapelle zu tun, die ihre Musik nicht nur spielt, sondern auch mit Haut und Haaren lebt.

Bleibt den sympathischen Römern nur von Herzen zu wünschen, dass sich auch die restliche Power Metal-Musikwelt ihrer Meinung anschließt und die gehalt- und melodievollen Hammersongs des Sextetts nicht als landestypisch einkategorisiert beziehungsweise abstempelt und allzu schnell wieder zu den Akten legt.

© Markus Eck, 29.05.2006

[ zur Übersicht ]

Advertising

+++

+++


+++

+++