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Interview: STIGMHATE
Titel: 360° Einflussradius

Vernimmt man die bitterbösen Bestienkompositionen ihres Debütalbums „Satisfied By The Cruelty“, so scheint der Teufel aus Italien zu kommen.

Genauer gesagt aus Vicenza, einem Städtchen in der Nähe Venedigs. Von dort stammt jedenfalls dieses entfesselte Trio, welches infernalischen und technisch orientierten Black Death Metal in alle Welt hinaus speit. Feuerbassist, Höllensänger und Tastenmann Tron, Gitarrenquäler Isagal und Wut-Trommler Francesco haben sich einige Mühe mit ihrem donnernden Erstwerk gegeben.

„Satisfied By The Cruelty“, diese nur noch harsche und stellenweise überraschend atmosphärisch gehaltene Folterscheibe versprüht einen geradezu diabolischen Dämonencharme.

Letzteren weiß Saitendiener und Songwriter Isagal auch im geführten Interview-Dialog adäquat zu repräsentieren.

„Unser Debütalbum weist keinerlei Konzept auf, jeder enthaltene Song weist sein individuelles Eigenleben aus. Ich schrieb meine diversen persönlichen Meinungen und Gefühle während der letzten Jahre nieder. Wir entschieden, uns musikalisch so einfach wie möglich auszudrücken, ohne jedoch technischen Anspruch und eine gewisse aggressive Attitüde zu vernachlässigen“, leitet der italienische Riffmeister entsprechend meiner Fragestellung das Gespräch von seiner Seite aus ein.

Auf den aktuellen Albumtitel „Satisfied By The Cruelty“ angesprochen, entgegnet er:

„Die darin enthaltene wörtliche Befriedigung stellt für uns die Genugtuung gegenüber den Individuen dar, welche über die Jahre niemals an uns geglaubt haben. Denen haben wir nun gezeigt, daß mit uns zu rechnen ist und auch zu rechnen sein wird. Wir arbeiteten hart an diesem Album, doch wir erhielten auch von einigen Vertrauten gute Unterstützung. Die Musik spricht für alles.“

Isagal hingegen spricht im Weiteren über seine unterschiedlichen Inspirationen, welche gemäß seiner Aussage innerhalb der ganzen Band bereits mit der damals entstandenen Passion für Musik entstanden. Man erfährt hierzu:

„Während der Songwriting-Periode bemühten wir uns in erster Linie darum, kein individuelles Trademark für unsere Musik zu erstellen.“

So floß eine Vielzahl an Eindrücken in die Kompositionen ein. Isagal lässt dazu weiter wissen:

„Wenn sich ein Riff meiner Meinung nach gut anhörte, sprach nichts dagegen, es zu verwenden. Deutlich zu hören im Song `The Sounds Of Urizen`: Dieses Stück ist insgesamt sehr weit von den anderen Liedern unseres Albums entfernt. Mit diesem Song wollte ich ausdrücken und zu verstehen geben, daß wir zwar Metal spielen, aber dass wir eigentlich auch alles andere, worauf wir Lust haben, schreiben und spielen können.“

Sein kreativer Geist ist ohnehin sehr offen, wie der Gitarrist noch offenbart. „Ich möchte künstlerisch nicht stagnieren, indem ich immer dieselben Sounds fabriziere. Mein Ziel ist es, gute Musik zu machen; extreme Musik, bei welcher ich jedoch mit differierenden Methoden vorgehe.“

Klingt interessant. Interessant genug, um tiefer darauf einzugehen, wie ich finde. Isagal blickt zurück:

„Unser Stil ist eine Mixtur aus Erfahrungen der Vergangenheit, aus dem Wirken in unterschiedlichen Bands. So spielte ich zuvor schon in einer Gothic Rock-Band, was sehr wichtig für meine persönliche Entwicklung war. Denn dort konnte ich mir so einige technische Spielarten für mein Instrument aneignen. Ich wollte ohnehin seit jeher alles lernen, um ohne Limits spielen zu können. Nur so kann ich im Umkreis von 360° um mich herumblicken und alle möglichen Inspirationen in meine Musik einfließen lassen. Dasselbe gilt im Übrigen auch für meine beiden Mitmusiker Tron und Francesco, welche wie ich ebenfalls eine Vielzahl an Musikstilen konsumieren.“

© Markus Eck, 01.06.2003

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