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Interview: SOON
Titel: Immer auf der Suche

Ein Quartett der gleichfalls ambitionierten als auch talentierten Sorte stellt sich in Form von Soon dem Hörerpublikum vor.

Und die außerordentlich spielfreudigen Hamburger Modern Dark Rocker stellten Anspruchsvolles für ihr aktuelles Debütalbum „End Isolation“ zusammen. Mutig umgesetzte Einfluss-Bandbreite dient dem variabel agierenden Vierer als vielseitig stabilisierendes Grundgerüst für bemerkenswert gefühlvolle Kompositionen mit glänzend dunklem Charme.

Ihre musikalische Mischung vereint dazu gekonnt Elemente aus härteren Klangbereichen mit schwungvoller Pop-Leichtigkeit und getragener Gothic-Schwere.

Wie Sänger Eric mir frohgemut berichtet, verbindet die Gruppenmitglieder eine große Begeisterung für Musik:

„Unseren Gitarristen Lenny kenne ich bereits seit langer Zeit. Ich schätze seine Kreativität und seinen Stil zu spielen sehr. Wir beide arbeiten inzwischen seit mehreren Jahren mit unserem Schlagzeuger 7even zusammen. 7even ist allgemein extrem zuverlässig und gradlinig, genau so, wie man es sich von einem Drummer als Taktgeber der Band eben auch wünscht. Seit einem knappen Jahr ist Markus als unser neuer Bassist dabei. Er ist ein sehr freundlicher und von Technik begeisterter Mensch, auf den man sich sehr gut verlassen kann – das gilt aber eigentlich für alle Mitglieder von Soon. Insgesamt schätze ich Lenny, 7even und Markus sowohl menschlich als auch musikalisch sehr.“

Musik an sich ist schon ein sehr wesentlicher Teil ihres Lebens:

„Neben dem Schreiben und Aufführen unsere eigenen Songs als Musiker sind wir natürlich auch nach wie vor begeisterte Konsumenten von Musik! Das bedeutet, dass wir gerne zu Konzerten gehen und alle immer auf der Suche nach neuer, spannender Musik sind über die wir uns dann gegenseitig auf dem Laufenden halten. Neben Musik sind wir alle, besonders aber unser Schlagzeuger und unser Bassist, große Filmfans.“

Da liegt meine Frage nahe, warum die Jungs genau das machen, was sie machen beziehungsweise was genau sie eigentlich dazu antreibt. Eric hierzu:

„Da kann ich an dieser Stelle eigentlich nur für mich sprechen. Musik in all ihren Facetten bedeutet mir extrem viel und berührt mich in einem Maße wie es keine andere Kunstform vermag. Mein Traum ist es Songs zu schreiben, die anderen Menschen ähnlich viel bedeuteten, wie mir meine Lieblingssongs. Ich möchte etwas erschaffen, das zeitlos schön ist und Trends überdauert – und genau daran arbeite ich mit Soon seit einigen Jahren. Eben an meinem Wunsch, mich entsprechend auszudrücken. Songs zu schreiben ist ein herausfordernder, kreativer Prozess, der mir enorm Spaß macht und mich, wenn er gelingt, mit sehr großer Zufriedenheit erfüllt. Im Idealfall fügen sich die einzelnen Elemente zu einem Kunstwerk zusammen, das weitaus mehr als die Summe seiner Teile ist und Menschen auf einer Ebene berührt, die beispielsweise mit Worten kaum erreichbar ist.“

Wie seine Band nun ihren ureigenen Stil gefunden hat, das ist für den Frontmann recht schwer zu beschreiben. „Unser spezieller Sound wird in vielen Kritiken zur aktuellen CD `End Isolation` als sehr eigenständig beschrieben. Das Ziel war aber, in erster Linie Lieder zu schreiben, die einerseits spannend und abwechslungsreich und andererseits doch eingängig und emotional sind. Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen. Die Verbindung von härteren Gitarrenriffs, interessanten Rhythmen, atmosphärischen Elementen und wirklichen großen Melodien entspricht einfach genau unserem persönlichen Musikgeschmack.“

Eric ist, wie viele andere Musiker auch, immer auf der Suche nach dem „perfekten Song“, wie er zugibt. „Sicher hat sich das Bild im Laufe der Zeit verändert, das ich von diesem unerreichbaren Ideal im Kopf habe. Eine Zeit lang waren Keyboards und Gitarren für den Sound von Soon in etwa gleich wichtig, heute ist die Rolle der Gitarren sicher zentraler für unsere Kompositionen. Unsere Fähigkeit, Lieder in interessante Arrangements zu verpacken hat sich sicher auch im Laufe der Jahre verbessert. Als Beispiel wäre hier die abwechslungsreiche Bassarbeit zu nennen, die immer wieder in Kritiken hervorgehoben wird.“

Bei Soon-Songs entsteht zuerst die Musik und dann der Text, so Eric. „Oft ist zu Beginn eine Gesangsmelodie als Ausgangspunkt beispielsweise für den Refrain da. Darum entwickelt sich der Song bei uns Schritt für Schritt. In aller Regel schreibe ich dann dazu einen Text, indem ich versuche, die Stimmung emotional einzufangen und eine passende Thematik zu finden. Wenn der Text und die Gesangslinien komplett fertig sind, entstehen die Arrangements für die Melodieinstrumente.“

Was Inspirationen anbelangt, da nennt der Vokalist primär andere Gruppen: „Es gibt so einige Bands, die uns sehr viel bedeuten und die sicherlich unsere Vorstellung von Songwriting geprägt haben. Auf der einen Seite Gothic-Metal-Bands – hervorzuheben ist hier sicherlich ganz besonders Paradise Lost. Vielleicht nicht so augenscheinlich ist der Einfluss von progressiveren Bands wie etwa Psychotic Waltz. Ich persönlich finde auch eine Band wie 30 Seconds To Mars sehr beeindruckend. Die Gitarrenarbeit bei Soon ist sicher auch von modernen, härteren Rockbands wie Disturbed beeinflusst. All diese und weitere Einflüsse verbinden wir zu unseren Songs, allerdings ohne darüber nachzudenken.“

Das wichtigste aktuelle Ziel für die vier Hamburger ist es, weitere Songs zu erschaffen, die den Stücken von „End Isolation“ mindestens ebenbürtig sind. Eric: „Vielleicht können wir unseren Sound gar noch vielfältiger gestalten. Natürlich hoffen wir auch sehr, dass immer mehr Leute den Weg auf unsere Website www.soonmusic.net finden und sich selbst ein Urteil über uns bilden. Es wäre großartig, im Laufe der Zeit immer mehr Menschen mit unserem Material zu erreichen. Ich denke, wir spielen Musik, die viele Menschen begeistern kann. Bisher kennen uns allerdings erst die wenigsten Gothic- und Rockfans.“ Höchste Zeit also, dass sich dieser verdrießliche Umstand ins positive Gegenteil ändert.

Und sie spielen nicht nur sehr gerne Konzerte; Soon genießen es regelrecht, auf der Bühne zu stehen. Der Sänger schließt ab: „Würde uns sehr freuen, wenn sich ein paar der Metalmessage-Leser einen Live-Eindruck bei einem der nächsten Soon-Konzerte verschaffen. Besonders freuen wir uns auf die nächste Open-Air-Saison. Wir spielen im kommenden Jahr wieder Open-Airs in Norddeutschland, aber auch beispielsweise in Hessen, Bayern und Thüringen. Die Live-Dates stehen immer für den nächsten Monat auf unserer Internetseite. Die ganze Band freut sich schon darauf, so regelmäßig als möglich Konzerte zu geben.“

© Markus Eck, 16.09.2006

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