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Interview: SIRENIA
Titel: Tief im Leben

„An Elixir For Existence“, das neue Album der gerne opulent arrangierenden Norweger Gothic Metaller Sirenia, ist kürzlich frisch erschienen.

Auch Bandboss Morten Veland hat zu erscheinen. Brav legt der Gute sich auf die Therapie-Couch nieder.

Metalmessage: Mit welchem Spielzeug verband dich als Kind die tiefste Beziehung?

Morten: Ich hatte da dieses dreirädrige Motorrad, was mir sehr viel bedeutete – bis ich eines Tages eine lange Treppe damit hinunter fuhr, was mich und mein geliebtes Gefährt ziemlich lädierte. Leider fand ich bis heute keinen adäquaten Ersatz für diesen einmaligen fahrbaren Untersatz.

Metalmessage: Was war dein allergrößter Berufswunsch, als du noch klein warst?

Morten: Wie die meisten Kinder wollte ich Astronaut werden und zu den Sternen fliegen. Als ich dann im Alter von fünf Jahren war, wollte ich unbedingt Präsident, Professor oder etwas ähnlich Langweiliges machen. Daraus wurde jedoch nichts, so endete ich als armer und trunksüchtiger Musiker.

Metalmessage: Wie stand es denn um deine schulischen Leistungen?


Morten: In meinen ersten Schuljahren schien noch alles ziemlich glatt zu laufen und ich erzielte überwiegend sehr gute Noten, aber ab der sechsten Klasse ging alles den Bach runter. Die letzten Jahre meiner schulischen Laufbahn schloß ich des Öfteren mit wirklich katastrophalen Resultaten ab. Besonders Mathematik hasste ich über alles!

Metalmessage: Welche musikalischen Idole hast du anfänglich verehrt?


Morten: Elvis und die Beatles waren meine ersten Kontakte mit Musik, so war ich für einige Jahre beinharter Elvis-Fan. Das hat sich dann aber glücklicher Weise geändert.

Metalmessage: Welches war dein erstes selbstgekauftes Album?


Morten: Das war „Appetite For Destruction” von Guns N' Roses in der Tape-Version. Mittlerweile besitze ich auch die CD-Version davon, und höre sie mir noch immer sehr gerne an. Herrlicher Sound, um sich zu besaufen.

Metalmessage: Erinnerst du dich überhaupt noch an deine allererste musikalische Aktivität?


Morten: Klar – zusammen mit einem guten Freund bannte ich einige schreckliche Aufnahmen auf meinen Kassettenrecorder; einige Wochen zuvor hatte ich mir meine erste Gitarre zugelegt. Ich schätze, dass ich da im zarten Alter von 14-15 Jahren war. Ein schrecklicher Mist, den anzuhören ich niemandem zumuten könnte. Wenn ich nur daran zurückdenke, wird mir schon schlecht.

Metalmessage: Hast du Angst vor dem Zahnklempner?


Morten: Ich verachte alle Zahnärzte – sie sind allesamt wahre Sadisten.

Metalmessage: Wie verlief dein erster Vollrausch?


Morten: Ich war gerade mal sechs oder sieben Jahre alt und soff zusammen mit einem damaligen Freund einige kleinere Flaschen Wein aus, welche dieser seinem Opa stahl. Als ich in diesem Zustand zur Haustür hinein torkelte, bekam ich anschließend anständig den Arsch versohlt. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich auch noch zünftig gekotzt an diesem Tag.

Metalmessage: Wer war deine erste große Liebe?


Morten: Ich denke, das war ein Mädchen in meiner damaligen Schulklasse, doch leider wie so oft bei Teenagern stellte ich mich ziemlich an und verbockte es komplett.

Metalmessage: Weiter im Thema - wie verlief denn dein erster Kuss?


Morten: Daran kann ich mich nicht mehr erinnern, als muss ich nicht sehr erfolgreich gewesen sein.

Metalmessage: Hast da dann wenigstens dein Debüt in Sachen Sex besser hingekriegt?


Morten: Mann, ich war total besoffen und kann mich lediglich an das Mädchen erinnern. Keine Ahnung, wie meine Entjungferung im Einzelnen ablief.

Metalmessage: Sex mit dir selbst – dein sicherster Weg der Befriedigung?


Morten: Ich habe seit fünf Jahren eine feste Freundin, sodass ich in diesem Punkt versorgt bin. Außerdem bin ich viel zu faul dazu, mich selbst zu verwöhnen.

Metalmessage: Deine wildeste sexuelle Fantasie?


Morten: Würde ich hier ins Detail gehen, würde der vorhandene Platz deines Magazins nicht ausreichen.

Metalmessage: Welche Sorte Frauen bevorzugst du?


Morten: Intelligente, mit guten Figuren.

Metalmessage: Was tust du privat gerne, was die Fans von Sirenia am wenigsten von dir erwarten würden?


Morten: Ich spiele sehr gerne Schach, Badminton und hänge stundenlang vor meiner Playstation.

Metalmessage: Deine größte Furcht?


Morten: Dass Kjell Magne Bondevik Premierminister in Norwegen wird. Was? Er ist es schon? Meine Güte, was ist nur aus dieser Welt geworden?

Metalmessage: Die bisher größte Enttäuschung deines gesamten Lebens?


Morten: Ich musste mittlerweile dermaßen viele Tiefschläge einstecken, dass ich gar nicht weiß, wo ich da überhaupt damit beginnen sollte, sie aufzuzählen.

Metalmessage: Woran hast du im Moment die größte Freude?


Morten: An Sex, gutgewachsenem Dope und Gin.

Metalmessage: Hast du manchmal schlimme Albträume?


Morten: Ja, ständig. Einer schrecklicher als der andere.

Metalmessage: Worüber kannst du lauthals lachen?


Morten: Die lustigsten Ereignisse passieren eigentlich immer, wenn ich mit Sirenia auf Tour bin. Auf unserer letzten Europa-Tournee spielten wir auch eine Show in Amsterdam. Dort nahmen wir uns einen riesigen Haufen Dope mit, welchem wir uns im Bus verzückt hingaben. Dabei qualmte es dermaßen, dass man stellenweise die Hand nicht mehr vor Augen sah. Das zog auch den zwangsweise – passiv rauchenden – Fahrer des Tourbusses in Mitleidenschaft, der nach einiger Zeit vollkommen benebelt anhalten musste, weil er übel davon berauscht war. Also mussten alle warten, bis sich der Gute wieder davon erholt hatte.

Metalmessage: Was ging dir während deiner Führerscheinprüfung durch den Kopf?


Morten: Nachdem ich das erste Mal durchgeflogen war, überlegte ich mir in aller Gelassenheit, dem fies dreinblickenden Prüfer in seine verdammte Fresse zu schlagen. Nach meinem zweiten Mißerfolg wollte ich ihn sogar töten. Während der dritten Prüfungsfahrt nahm ich mir im Falle eines weiteren Flops fest vor, zuerst den Prüfer, dann das Auto und zum Schluss mich selbst zu vermöbeln. Ich schaffte es aber dann doch noch mit Biegen und Brechen, den ersehnten Lappen zu bekommen.

© Markus Eck, 03.03.2004

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