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Interview: QUINTESSENCE MYSTICA
Titel: Auf spirituelle Kontexte ausgerichtet

Mit allen Kräften mühen sich diese beiden Ukrainer laut eigenem Bekunden ab, mithilfe ihrer Musik Grenzen des menschlichen Verstandes zu überschreiten.

Als tragfähiges Vehikel dient dem visionären Symphonic Black Metal-Duo dazu vielfältiges Liedmaterial, dessen komplexe Anmut auf stark philosophisch veranlagte Urheber schließen lässt. Aus dem unheiligen Taufbecken wurde Quintessence Mystica im 2008er Sommer gehoben. Und das vorliegende Debütalbum „The 5th Harmonic Of Death“ spiegelt vor allem die Ambitionen des Doppels wider, ihren aufreibenden Mystikersound auf möglichst individuelle Weise zu inszenieren.

Multiinstrumentalist, Arrangeur und Spiritualist Master Alafern lässt sich von mir sogar ein wenig in die dunklen Karten schauen.

„Unser Bandname bezieht sich auf das fünfte Element in der Mystik, ihrer fünften Essenz, oder, wenn man so mag, auf ihre Quintessenz. Spreche ich aber von Quintessence Mystica in erweitertem esoterischen Sinne, dann bekommt der Name eher eine multidimensionale Bedeutung.“

Die ersten vier Elemente sind bekanntlich Erde, Wasser, Feuer, Luft und das Geistige, also das Feinstoffliche, wie der Musikus darlegt.

„Quintessence Mystica aber steht für die pure dunkle Energie, ein sehr dynamisches Feld, welches seine Kräfte in Raum und Zeit ändert; etwas also, das weit über den menschlichen Verstand hinausgeht“, orakelt der vielfältig Interessierte recht geheimnisvoll.

Daher drehen sich die Liedertexte bei diesem ungewöhnlichen Doppel auch primär um allerlei mystische Aspekte einer ganzen Vielzahl an Belangen und Konzepten, so der selbst ernannte Meister.

„Bei uns wird mit durchdacht aneinander gereihten Worten auf mannigfaltige Weise versucht, neue okkulte Seiten bereits mehr oder weniger bekannter Themenbereiche aufzutun.“

Hauptsächlich behandeln die Lyriken von Quintessence Mystica auf „The 5th Harmonic Of Death“ jedoch die ewigen Fragen der Menschheit nach Raum und Zeit, zu Religionen und verschiedenen alten Kulten, wie der Multiinstrumentalist dazu additional erörtert:

„Wir betrachten zudem auch Ansichten zum freien Willen und daraus resultierenden Katastrophen wie beispielsweise Kriegen und gefährlicher Gier nach Weltherrschaft.“

Gevatter Alafern selbst entdeckte seine riesige Hingabe zur Musik bereits in frühen Jahren, wie er sich zurück erinnert:

„Ich denke, jeder Mensch bemerkt schon sehr früh an sich die magische Wirkung von Klängen beziehungsweise von rhythmischen Vibrationen auf sein Inneres. Leider aber achtet der Großteil der Menschheit darauf nicht in erforderlicher Weise und hat somit nachfolgend durch ein unmusikalisches, ein eher unerfülltes Leben zu gehen. Ich selbst registrierte die Wirkung der Klänge an mir im Alter von fünf Jahren, meine Eltern schickten mich glücklicherweise dann auch gleich in die Musikschule.“

Mit den Jahren lernte der hochgradig denkerisch Veranlagte dann, wie er mir noch offenbart, immer mehr dazu, spieltechnisch und kompositorisch, und auch über seine eigenen Möglichkeiten, die Macht der Musik ergiebig für sich und sein Wohlergehen zu nutzen.

„Heute beherrscht Musik eigentlich meine ganze Realität, worüber ich sehr froh bin.“

Dennoch hat der Ukrainer überraschender Weise nicht vor, künftig mit Quintessence Mystica live auf die Bretter zu gehen:

„Eigentlich wurde die Band als reines Studioprojekt ins Leben gerufen. Wenn es für die Platte beziehungsweise für uns aber sehr gut läuft, wird es vielleicht sogar Live-Gigs geben. Quintessence Mystica ist ja für uns viel mehr als reine Musik, wir müssten also unbedingt dann auch auf der Bühne die uns so wichtige spirituelle und ritualistische Stimmung restlos wiederzugeben imstande sein.“

© Markus Eck, 20.12.2010

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