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Interview: ORANSSI PAZUZU
Titel: Expedition ins Elementare

Auch auf ihrer neuesten gemeinsamen Realitätsflucht überwinden diese Finnen mittels völlig ausufernder kosmischer Visionen sämtliche bekannten Grenzen.

Und das tun Oranssi Pazuzu beileibe nicht nur auf musikalischem Wege. Der böse penetrierende Trip wirkt völlig verstörend. Es empfiehlt sich daher eigentlich fast, beim Konsum von „Valonielu“ innig vertrauten seelischen Beistand dabeizuhaben.

Der in allen Belangen psychedelisch benebelnde Mix der manisch experimentiersüchtigen, skandinavischen Schwarzmetall-Hippies auf diesem dritten Album ist also trotz eingebrachter Space Rock-Querverweise alles andere als „leichte“ Kost. Eingangs vom Autoren zur diskografischen Rangordnung des neuesten Ergusses seiner Band befragt, entgegnet Tieftöner und Lyriker Ontto ebenso gelassen wie merklich aufs Wesentliche besonnen:

„Darüber habe ich noch nicht großartig nachgedacht. Obwohl das dritte Album tatsächlich für viele Musiker sehr wichtig ist. Schließlich wird darauf die Entwicklung in gesamtheitlicher Weise dokumentiert. Beispielsweise wie sehr das Songwriting und die gemeinsame Umsetzung der Visionen seit dem Debüt vorangeschritten sind. Oder ob man sich wiederholt etc. Viele Gruppen legten jedoch schon beim ersten Werk einen perfekten Einstand und Stil hin, man nehme hierfür nur mal die Erstlinge von King Crimson oder Ulver.“

Vergleicht er die neue Scheibe seiner Combo mit den vorhergehenden Veröffentlichungen, so der Bassist im Weiteren, so erachtet er „Valonielu“ sogar nicht nur als direkter, sondern auch progressiver. Ontto:

„Es gibt viele geradeaus gezielt vorpreschende Space Rock-Parts und entsprechende Riffs zu hören, mit Betonungen durch Keyboard-Soundlandschaften, die sehr markant sind. Einige der neuen Stücke sind auch wirklich ziemlich lang geworden. Alles in allem hat der Hörer diesmal deutlich mehr Chancen, in verschiedene Atmosphären einzutauchen. Für ,Valonielu‘ konnten wir eine Vielzahl unserer Ideen jedenfalls gut umsetzen. Das Album vertieft sozusagen die Fusion zwischen verschiedenen Elementen, die wir benutzen.“

Das Songwriting zum neuen Output war interessanterweise recht häufig von der Diskussion begleitet, wie nahe die Musik dem Mikrokosmos auf Erden steht. Der Schrubber der dicken Saiten expliziert diesbezüglich:

„Damit meine ich die geheimnisvolle und faszinierende Welt der Bakterien, die wir sehr oft im Kopf präsent hatten, wenn es an neue Songs ging. Die Evolution und Einzigartigkeit des Lebens waren schon eine riesige Inspiration für uns. Für die Liedertexte studierte ich hingegen tiefgründig den menschlichen Geist und seine Kollision mit der Realität.“

© Markus Eck, 05.10.2013

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