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Interview: OLIVA
Titel: Nostalgische Noten


Soloalben gibt es bekanntlich wie Sand am Meer. Viele davon scheinen überflüssig. Doch was der große Jon Oliva nun Hörenswertes in Sachen theatralischem, 70s-lastigem (Prog)Rock veröffentlicht, das hat wirklich Herz und Seele, und das im wahrsten Sinne der beiden Wörter!

Denn der absolute Ausnahmesänger, der einst zusammen mit Kult-Produzent Paul O‘Neill die großartigsten und erfolgreichsten Werke der unvergessenen Florida-Epiker Savatage komponierte, erschuf nicht nur einfach ein authentisch-unverzerrtes Spiegelbild seiner musikalischen Leidenschaften.

Sondern Oliva griff für sein erstes Solowerk „Raise The Curtain“ tatsächlich auch auf Songmaterial zurück, welches er vor mehr als 30 Jahren (!) mit seinem vor zwei Dekaden tragisch verunglückten Bruder Criss schrieb.



„Viele der neuen Stücke auf ,Raise The Curtain‘ basieren wirklich wirklich auf den allersten Nummern, die Criss und ich damals überhaupt komponierten. Wir waren zu dieser Zeit ja noch sehr jung, es dürfte so ungefähr um 1979/80 herum gewesen sein. Ich sehe es auf gewisse Weise schon als eine milde Ironie des Schicksals an, dass dieses uralte Material jetzt erst, nach so vielen bewegten Jahren, auf meinem ersten Solowerk in richtigen Songs münden kann. ,Father Time‘ beispielsweise ist so ein Lied“, offenbart ein gut gelaunter Jon, selbst nicht wenig berührt von derlei Gegebenheiten.


„Criss und ich waren auf kreativem Sektor damals ja noch eher in der klassischen Rocksparte unterwegs, bis wir dann auf Drummer Steve Wachholz trafen, der uns bewusst in die Heavy-Richtung holte“, ergänzt der Mann, den ein großes Faible für Rockopern auszeichnet.


„Meine Frau fand vor einiger Zeit beim Umräumen einen verstaubten Karton mit alten Tapes in Musikkassettenform. Und das waren wirklich unsere alten Aufnahmen. Es hat mich tief bewegt, beim nachfolgenden Abspielen dieser aufgetauchten Tapes sogar zu hören, wie Criss und ich uns damals im Keller meiner New Yorker Großmutter gegenseitig scherzhaft beschimpften, um uns bessere instrumentelle Leistungen abzuringen.“

Zweifellos ein für ihn immens wichtiger Punkt in seinem Leben, und das damals wie heute, so Jon. „Umso glücklicher bin ich jetzt, das alles auf ,Raise The Curtain‘ mit meiner ureigenen musikalischen Sprache verwirklichend dokumentieren zu können“, freut sich der immer noch mit gigantischer Passion agierende Meister mit einem sympathischen Lachen auf der Miene. 


© Markus Eck, 12.06.2013

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