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Interview: MY BLACK LIGHT
Titel: Enorme Antriebskräfte

Hört man sich die löblich eigenständigen Songs dieser italienischen Gothic Metal-Newcomer auf ihrem aktuellen Debütalbum „Human Maze“ aufmerksam an, erschließt sich dabei nicht nur so einige musikalische härtende Energie. Sondern auch ein ziemlich ergiebiger Ideenreichtum führt zu spannenden Ohrenmomenten.

Doch das bislang noch recht unbekannte Quintett um die nicht minder variantenreich vokalisierende Frontfrau Monica Primo hantiert nicht nur gekonnt mit mächtigen Kraftschüben. Sondern der stilistisch so findige Fünfer aus der dortigen malerischen Region Piedmont beherrscht auch die Kunst melodischen Schöpfertums schon ganz gut.

„Wir lieben das von ganzem Herzen, was wir mit der Band tun“, platzt es aus der quirligen Madame Primo heraus, die laut eigener Aussage am allerliebsten mit „Mony“ angeredet werden möchte.

Und weiter geht ihr ebenso flüssiger wie auch nicht wenig sympathischer Redeschwall:

„Wir hören und favorisieren diese Art von Musik ohnehin bereits seit wir Kinder sind. Und wir haben jeweilig auch schon sehr früh damit begonnen, in Gothic- und Melodic Metal-Manier musikalisch tätig zu sein. Anfänglich nur für uns selbst, dann mehr und mehr in diversen ganz kleinen Bands und schließlich in My Black Light. Genauso wie viele aus meinem Dunstkreis hatte ich schon immer den Traum, ein so genannter ,Rock Star‘ zu werden! [lacht herzlich, mit Selbstironie im Wesen] So sind die gigantische Leidenschaft dafür und der wirklich riesig vorherrschende Enthusiasmus innerhalb der Gruppe noch immer unsere intensivsten Antriebskräfte.“

Zusätzlich dazu, so die alles andere als stille Sängerin, besteht in dieser italienischen Female Fronted Metal-Kapelle der innigliche Wunsch und auch der feste Wille, über die Gefühle innerhalb der Band mit den Fans und Hörern ehrlich zu kommunizieren.

Mony offenbart noch rasch: „Für uns ist es von großer Wichtigkeit, darüber mit den Fans, Musikliebhabern und auch unseren Freunden zu diskutieren, was uns bewegt. Sich also darüber auszutauschen, was wir als Band für Ideale kultivieren. Auch das zu verkünden, was uns bewegt, was wir fühlen, und was wir fürchten, wie beispielsweise Tod oder Verluste. Doch auch über die Liebe zum Leben und zu den Menschen wollen wir uns reichhaltig äußern und ebenso viel an entsprechendem Feedback erhalten. Dies alles bedeutet uns wirklich viel. Und genau dazu sind ja die heutigen so genannten ,Social Media Networks‘ doch auch da. Nicht, um sich selbst verfälscht darzustellen, sondern um gleich Gesinnte zu finden, mit denen man seinen persönlichen Ansichten teilen kann.“

So verarbeitet das Quintett laut weiterer Aussage der mitteilungsfreudigen Kehlenkünstlerin auch in den Liedertexten auf „Human Maze“ solcherlei Themen wie die zuvor angesprochen.

„Als wir die Texte für diese Platte komplettierten, resümierten wir gemeinsam über das, was darin so alles enthalten ist. Dabei bemerkten wir, dass sich tatsächlich ein Hauptthema darin abzeichnet: Jeder Song dreht sich nämlich darum, wie gut oder schlecht der Mensch beziehungsweise wir als Individuen emotional und psychisch mit dem umgehen, was uns tagtäglich so alles von außen bedrängt. So kristallisierte sich heraus: Die vielfältige Art, wie man als Mensch mit externen Einflüssen umgeht, manifestiert sich in uns allen auf solch‘ vielerlei Weise, dass es unglaublich schwer ist, das alles umfassend zu registrieren und letztlich auch erschöpfend zu verstehen. Daher erachteten wir den Albumtitel ,Human Maze‘, also ,Menschliches Labyrinth‘, als sehr passend. Wir hatten uns ohnehin zum Ziel gesetzt, die Lyriken betont menschlich zu verfassen.“

Im Anschluss daran nach der größten und wichtigsten Kraft des Langspielers befragt, verkündet die Vokalistin in aller Entschlossenheit:

„Ich denke, es ist mittlerweile sehr schwer geworden, heutzutage überhaupt noch etwas Neues oder etwas merklich Differierendes im Metal zu erschaffen, gerade eben im Genre Gothic Metal. Alles scheint bereits kreiert worden zu sein. Daher bemühen wir uns, für unseren Sound verschiedene Musikstile zu mixen, ohne diese aber zu sehr im Ganzen verschwimmen zu lassen. Und dies hört man unseren Liedern auch deutlich an, wie wir der Meinung sind.“

© Markus Eck, 26.09.2011

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