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Interview: MONTE PITTMAN
Titel: Ganz persönlich

Auf seinem neuesten Langspiel-Exkurs vollzieht der vielseitige kalifornische Gitarrist und Sänger seine ganz persönliche Rückkehr zum Schwermetallspektrum.

Überraschend kantig geht es dabei ab. Außergewöhnlich persönlich und individuell hört sich aber ohnehin alles an, was „The Power Of Three“ zu bieten hat.

Und dass der nicht minder eigenwillig arbeitende Kopenhagener Klangtüftler Flemming ‚Razz’ Rasmussen als Produzent für „The Power Of Three“ verpflichtet werden konnte, passt einfach perfekt zum alternativ aufgebauten Heavy Metal des US-Trios.

Primär berühmt geworden für Metallica‘s „Master Of Puppets“, erzielte Razz auch für Pittman, Drummer Kane Ritchotte und Bassist Max Whipple ein optimales Ergebnis.

Puristische Neigungen
Auf den sehr speziellen Sound seiner dritten Albumveröffentlichung angehauen, gerät der ehemalige Axeman der Groove Metal-Vorreiter Prong sogleich in hellste Freude.

„Man hört uns auf der neuen Scheibe genau so, wie wir zusammen in einem Raum als Band gespielt haben. Aufgenommen wurde das Ganze exakt in der zu hörenden Reihenfolge der Lieder, und absichtlich analog, damit sich die Songs für die Hörer ,vertraut‘ anhören. Viel Klangkosmetik wurde im Weiteren auch nicht betrieben. Ich schreibe die Songs meistens auf meiner Akustikgitarre, was die Lieder von vornherein irgendwie organischer werden lässt. Komponiert beziehungsweise zusammengefügt habe ich den Großteil der Songs von ,The Power Of Three‘ sogar an einem einzigen Wochenende im Death Valley. Um der Platte noch den finalen Touch zu geben, ließen wir kleine Parts der Lieder offen, die wir ganz frisch inspiriert im Studio füllten.“ 


Abwechslung als Credo

Über den Dänen, der seine Regler auch für „The Power Of Three“ so einzigartig zu drehen verstand, hat der Orange Gear Sound-Liebhaber ausnahmslos Gutes zu sagen. Pittman:

„Flemming zaubert einfach einen einzigartigen Sound, den richtige Freaks auch sofort entsprechen erkennen. Für mich ist er die absolut perfekte Wahl. Dass er neben Metallica auch für Cat Stevens, Rainbow und Morbid Angel arbeitete, spricht sowieso eine deutliche Sprache. Ich liebe es ebenfalls, Variabilität in meiner Musik zu haben. Ich höre privat auch nicht ständig Dasselbe, so vermeide ich effizient Langeweile. Da ich für mein Live-Set härtere und schnellere Tracks wollte, entstanden entsprechende Stücke. Genau richtig für mich und genau richtig für Flemming!“

Retrospektive als Direktive
Wie der Freigeist, der auch als Gitarrist und Saitenlehrer von Pop-Ikone Madonna bekannt wurde, weiter ausführt, schwebte ihm für „The Power Of Three“ vorab ganz klar eine Mixtur als alt und neu vor.

Monte, dazu eindeutig beseelt gestikulierend:

„Mein kreatives Mischungsmotto lautete einmal mehr: ,Etwas von Altem, etwas von Neuem, etwas Übernommenes, etwas Deprimiertes‘. Flemming brachte mich dazu, mich noch mehr den härteren Seiten der Tracks hinzugeben. Das ganze neue Material bezieht sich auf stilistischer Ebene letztlich sozusagen auf alles, was ich mir über die Jahre bis heute sehr gerne anhörte. Erfüllt sind die Stücke auf ,The Power Of Three‘ aber aufrichtig und unverfälscht von meiner individuellen kompositorischen Persönlichkeit.“

© Markus Eck, 10.12.2013

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