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Interview: MINISTRY
Titel: Brüderliche Verbundenheit

Entgegen allen in der Vergangenheit gegensätzlich gemachten Statements und Ankündigungen gibt es jetzt tatsächlich doch noch ein weiteres neues Album der auch genreübergreifend berühmten Industrial Metal-Vorreiter.

Aber die Veröffentlichung des 13. Longplayers „From Beer To Eternity“ scheint der ewigen Rebellenseele Al Jourgensen wirklich auch verdammt gut zu tun.

Denn der ebenso schwer gepiercte wie auch massiv tätowierte Bandleader und Metier-Godfather verlor im Dezember 2012 nach den Aufnahmen der neuesten Songs seinen langjährigen Weggefährten und engen Freund, den Gitarristen Mike Scaccia.

„Nach dem 2007er Album ,The Last Sucker‘ wollte ich mit der Band wirklich aufhören. Daher auch der Titel der Scheibe. Ich wollte mich zurückziehen und auf mein Buch mit meinen Memoiren konzentrieren, welches letztes Jahr dann auch erschien. Über die Jahre blutete ich seit der Gründung im Jahr 1981 mit Ministry regelrecht aus, bis ich irgendwann das Gefühl hatte, da kommt nichts mehr aus mir. Ich hatte ja wirklich alles komponiert, alles gesagt, was es für mich zu sagen gab“, konstatiert der mittlerweile in El Paso, Texas heimische Aufmüpfige.

Vor einiger Zeit jammten er und Scaccia an einigen neuen Songs, und die, so Jourgensen, wurden so dermaßen gut, dass die beiden es beileibe nicht für sich behalten konnten beziehungsweise wollten.

Für ihn persönlich war der im Alter von 47 Jahren tragisch verstorbene Gitarrist ohnehin wie ein Bruder, wie der sechsmalig für Grammy Awards nominierte Sänger mit energetischer Stimme offenbart.

„Mike rief mich eines Tages ganz aufgeregt an und meinte, diese neuen Stücke seien wirklich die allerbesten, die wir jemals bislang hinbekommen hätten und dass sie unbedingt noch veröffentlicht werden müssten. Wir redeten nachfolgend viel über das, was ich da so komponiert hatte. Ich war mir aber dennoch nicht ganz sicher, wie das laufen sollte. Als er dann aber am 22. Dezember auf der Bühne bei einem Gig zusammenbrach, den er an dem Tag mit Rigor Mortis spielte, und nachfolgend aufgrund eines Herzanfalls für immer von mir ging, brauchte ich für meine Entscheidung nicht lange. Ich wollte diese Songs veröffentlichen.“


Der Albumtitel entstand letztlich aus dem Umstand, dass bei den Jams enorm viel Bier konsumiert wurde. Al resümiert in aller Unbekümmertheit:

„Ja, Mann, wir soffen dabei alles, was möglichst billig war und uns möglichst gut rein knallte. Nachdem Mike in die Ewigkeit entschwunden war, gab es eigentlich gar keinen anderen Titel für diese Platte als ,From Beer To Eternity‘. Ich und die Jungs in der Band werden gedanklich voll und ganz bei Mike sein, wenn die Scheibe von der Kette gelassen wird.“

© Markus Eck, 12.08.2013

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