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Interview: IMPERIUM DEKADENZ
Titel: Stimulierungen durch Extreme

Als absolute Ausnahmekünstler im atmosphärischen teutonischen Schwarzmetallbereich ehre ich Horaz und Vespasian. Das erstaunlich emotionale Musikergespann fand sich in der Mitte des Jahres 2004 im Süden Deutschlands zusammen, genauer gesagt im Schwarzwald.

Unter dem globalgesellschaftlich repräsentativen Gruppennamen Imperium Dekadenz sollte fortan prägnant stimmungsvoller, packend feinmelodischer und inniglich zelebrierter Black Metal geschmiedet werden.

Vorhaben absolut geglückt, denn das Duo präsentiert sich auf dem aktuellen Langspiel-Opus „…und die Welt ward kalt und leer“ bereits beeindruckend reif. Auch kein Wunder, beide Akteure sind bereits seit Jahren in diversen Untergrund-Gruppenprojekten dieses Metiers am Werken.

Das in sämtlichen musikalischen und vokalistischen Belangen abartig intensive Hammeralbum ist wirklich ein echter Brecher, der einen Großteil der einheimischen Konkurrenz doch glatt zu braven Chorknaben degradiert.

Wurde hier doch zwar mit einiger kompositorischer Bedacht vorgegangen, etwaige Einbußen in Sachen hoher dramaturgischer Dichte erhielten trotzdem keinen Einlass in die betörend anmutigen Dunkelkreationen von „…und die Welt ward kalt und leer“.

Erbauliche und genussvolle Eigenständigkeit hoch zehn ist hier inklusive. Gar selten wurde die wundersam sehnsüchtige Geistesschönheit absoluter weltlicher Abscheu also dermaßen beseelt und inbrünstig mit erzrauen Hassklängen ausgedrückt.

Vespasian agiert bei Imperium Dekadenz als Gitarrist, Fellpeiniger, Tastenspieler und Tieftöner.

Der tiefgründige Kerl spricht mir zu Beginn erstmal direkt aus der misanthropischen Seele:

„Es ist immer etwas seltsam sich selber zu charakterisieren. Dennoch will es versuchen: Ich bin eine recht zielstrebige Person, gepaart mit einer gewissen Rastlosigkeit. Ich brauche immer konkrete Ziele (in allen Lebensbereichen), die es zu erreichen gilt. Es fällt mir schwer sich auf Erreichtem auszuruhen. Es ist mir kaum möglich einmal „nichts“ zu tun. Diese Eigenschaft hat mir aber im Bereich der Musik, als auch bei meinem Studium nicht geschadet, eher im Gegenteil. Ich genieße es sehr mich im Kreise meiner Freunde zu bewegen, wenngleich ich die Einsamkeit sehr schätze. Ich bin kein Mensch, der sich gerne anpasst, ich fühle mich unter so genannten „normalen Durchschnittsbürgern“ sehr unwohl. Ich brauche Diskussionen, welche den Geist herausfordern. Der oftmals beschränkte Geist der „Normalos“ macht mich krank. Viele ehemalige Weggefährten sind mittlerweile zu sehr resignativen Persönlichkeiten mutiert; sie passen sich den gesellschaftlichen Normen in krankhafter Art und Weise an. Sie haben oftmals verlernt, Dinge zu hinterfragen und geben sich mit dem Leben zufrieden, gegen das sie einst wetterten – man ist ja „erwachsen“ geworden.“

Ihm schließt sich Sänger, Sechssaitenschrubber und Lyriker Horaz in diesem Kontext an:

„Ich bin ein Mensch, der mit beiden Beinen im Leben steht und dennoch in Gedanken oft woanders ist. Ich bin ein Mensch voller Gegensätze, was mich nur deshalb zu einem ausgeglichen Individuum macht. Ich neige zu Hedonismus und Fatalismus, ohne jemals die Grenzen überschritten zu haben. Meine persönliche Freiheit ist mir das Wichtigste, wofür ich mein Leben einsetzen würde. Ich bin gerne unter Menschen, aber nicht mit ihnen zusammen. Ich komme mit 98% meiner Mitmenschen gut aus und übersehe gerne persönliche Schwächen, sehe den Menschen an sich aber als etwas Unvollkommenes an. Ich versuche mein Leben ohne Lügen zu bestreiten, aber erwarte das nicht von meinen Mitmenschen. Ich bin kein Mensch der Trübsal bläst, eher zufriedener Natur, mit einer im tiefsten Innern verwurzelten, unerfüllten Sehnsucht. Ich liebe die Vergangenheit, genieße die Gegenwart und fürchte die Zukunft, ohne zu verzweifeln, aber ihr mit erhobenem Haupt entgegen zu treten. Ich sehe keinen Grund noch weiter über mich zu referieren. Was ja noch bleibt ist die Musik.“

Wie Vespasian dann anschließend erläutert, füllt Musik und Kunst im Allgemeinen eigentlich seine komplette Freizeit aus.

„Wenn ich nicht gerade selber musiziere, bemühe ich mich zahlreiche Festivals und Konzerte zu besuchen. Des Weiteren ist es meine Leidenschaft nach unbekannten Bands zu forschen, welche in der Mainstream-Presse keinen Platz finden. Ich entdecke immer wieder fantastische Bands, die so tief im Untergrund verwurzelt sind, dass kaum jemand Notiz von ihnen nimmt. Ebenso befasse ich gerne mit Geschichte. Ich bin ein großer Freund alter Burgen und Schlösser. Gerade in unserer Gegend gibt es fantastische Bauwerke zu entdecken! Stichwort: Hegau. Zudem beschäftige ich mich mit der römischen Geschichte. Es ist ein Traum von mir, in absehbarer Zeit Pompeji zu bereisen.“

Horaz hierzu: „Musik nimmt schon auch den größten Platz meiner Freizeit ein. Ich mache aber auch Sport um meine physischen Grenzen auszuloten. Gerade unter den heutigen Lebensbedingungen kann Sport eine wichtige, ausgleichende Beschäftigung sein, um sein Leben auf emotionaler und psychischer Ebene ausgeglichen zu halten. Wie Vespasian interessiere ich mich auch für Geschichte. Hier interessieren mich insbesondere die Antik- und Frühgeschichte, sowie die beiden Weltkriege. Im Allgemeinen könnte man sagen wir versuchen unser trübes Leben mit Extremen zu stimulieren.“

Ehrensache, dass solche gestandenen Schwarzmetallknechte über alle Maßen gerne Bier saufen. Gerade Meister Vespasian bekennt nur zu gerne:

„Ich bin leidenschaftlicher Biertrinker. Ich liebe dieses herrliche Getränk! In unserer Gegend wird fantastischer Hopfentee gebraut. Mein Lieblingsbier ist zweifelsohne „Fürstenberg Pilsener“, welches in meiner Heimatstadt gebraut wird. Zu später Stunde verirrt sich zudem gerne mal ein guter Whiskey in meinem Glas.“

Recht so, und da will Horaz natürlich nicht nachstehen: „Eine Möglichkeit, dem Alltag für ein paar Stunden zu entrinnen. Ich könnte jetzt aus philosophischer und biologischer Sicht über das Für und Wieder von Alkohol referieren, aber ja, ich gebe mich fast jedes Wochenende alkoholischen Exzessen hin. Ich brauche den Rausch – nicht aus biologischer Sicht, denn unter der Woche trinke ich keinen Alkohol, aber aus psychologischer Sicht. Bräunlinger Keller Pils und Rothaus Pils sind meine Abend-Verschönerer. Ansonsten schlucke ich alles, was primär rein ist: Whiskey, Met, Schnaps etc.“

Der Autor kann sich angesichts solcherlei Aussagen einem rapide ansteigenden Durstfaktor nicht entziehen.

Doch bevor hier ein Gerstentopf geleert wird, soll Horaz gleich nochmals zu Wort kommen:

„Geschichtlich gesehen entstand Imperium Dekadenz aus einer Bierlaune heraus. Das war auf einem Festival 2004, als wir morgens im Auto saßen, weil es regnete und wir bereits unser erstes Bier aufmachten. Wir kannten uns schon länger, aber unser Schicksal kreuzte unsere Wege erst im Sommer 2004. Unsere Sicht der Dinge konnte nichts anderes erlauben, als musikalisch etwas zusammen zu erschaffen, was uns bis dato nicht nur zu Bandkollegen gemacht hat, sondern auch zu besten Freunden, die schon viel zusammen erlebt haben. Wir beide machten ja schon zuvor Musik in verschiedenen Bands und Projekten, aber erst Imperium Dekadenz verschmelzt das Ganze zu etwas Besonderem. Unser Ziel war seit jeher dunkle, melancholische, mit einem eisigen Charakter versehene Kunst zu erschaffen. Daran wird sich auch nichts ändern. Wir sind jedoch bemüht die einzelnen Grundstimmungen immer weiter zu intensivieren. Jedes Album von Imperium Dekadenz soll für den Hörer ein Erlebnis, eine Reise ins Ungewisse darstellen.“

Laut seiner nachfolgenden Erklärung ist eine Albumproduktion immer eine stressige Angelegenheit. „In unserem Fall ist es so, dass wir die komplette Produktion in Eigenregie durchgezogen haben. Wir sind glücklicherweise mit Equipment ausgerüstet, welches eine Albumproduktion ermöglicht. Wenn man mehrere Instrumente einspielen muss, und obendrein für die komplette produktionstechnische Komponente verantwortlich ist, kann man schon mal verzweifeln. Aber wenn man nicht wüsste, dass am Schluss etwas heraus kommt, das einem für alles entschädigt, würde man es ja nicht tun. Glücklicherweise lief die Produktion ohne größere Probleme ab.“

Vespasians Musikgeschmack ist sehr breit gefächert. Zum einen hört er sich Bands aus dem Black/Death- und auch Doom Metal-Bereich an. Zum anderem ist er aber auch eingefleischter Motörheadbanger. „Ich vergöttere Motörhead! Ich stehe sowieso auf dreckigen Blues/Rock´n´Roll. Eine Formation die mir sehr ans Herz gewachsen ist, ist Dead Can Dance. Zudem stehe ich auf Filmsoundtracks.“

Auch Horaz hört nicht nur Black Metal, auch wenn es sein liebstes Kind ist, wie er sagt.

„Neben anderen Metal-Sparten gefällt mir auch Klassik, Folk und Rock aus den 60ern und 70ern. Bands dazu einfach mal so in den Text geworfen: Darkthrone, Burzum, Shining, Eisregen, Graveland, Lunar Aurora, Shape Of Despair, Unleashed, Dead Can Dance, Clannad, The Doors, Deep Purple, Wojciech Kilar etc. etc.”

Das Leben selbst ist es, was die beiden antreibt, diese schaurig schöne Musik zu erschaffen, fügt Horaz an. Weise Worte:

„Ja, das Leben gibt und verwehrt. Das Verlangen, Kunst zu erschaffen oder Kunst aufzunehmen, setzt meiner Meinung nach ein gewisses Defizit im Leben voraus. Menschen, welche die Kunst brauchen wie die Luft zum Atmen, gleichen damit Ihr Defizit aus. Es sind Menschen, die ihren Gedanken und Vorstellungen genauso viel Wert zusprechen, wie den Tatsachen im realen Leben. Wenn wir mit unserer Musik etwas von unserer Persönlichkeit reflektieren und damit jemanden berühren können, ist das für uns der höchste Lohn des Schaffens – denn wir wissen genau, was es wert sein kann wenn man selbst Kunst-Rezipient ist.“

Ihre persönliche Einstellung zur deutschen Black Metal-Szene taten mir die beiden gerne kund; Horaz legt vor:

„Die Szene ist weder tot noch schwach. Sie ist unübersichtlich, verstritten und uneins. Black Metal entstand damals aus einer bestimmten Richtung heraus. Heute ist Black Metal sehr facettenreich und damit für einige schon Verrat an der Sache. Schlussendlich sollte es doch immer der Geschmack sein der zählt. Was der Szene fehlt ist ein gewisser Freigeist und das Ablegen individueller, unangemessen ideologischer Ansprüche an sie selbst. Wenn diese Frage in Interviews nicht mehr gestellt wird, dann ist die Szene das, was sie sein soll.“

Der Gruppenname hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. In diesem Sinne frage ich die Musiker, ob die moderne dekadente und weltweit Mensch und Tier nach Belieben ermordende globale Wohlstandsgesellschaft den Tod ihrer neuzeitlichen Erscheinung verdient hat. Laut Bekunden von Horaz ist jedenfalls nichts, was auf dieser Welt geschieht, grundlos:

„Wenn man sich nicht nur die schlechten Seiten der Menschheit ansieht, sondern auch für was die schlechten Seiten gut sind, hat die Menschheit einen recht neutralen, wenn auch unvollkommenen Charakter, wie ich finde“, und dem fügt Vespasian entschlossen hinzu: „Ich bin der Meinung, dass die Kunst im Allgemeinen eine wesentlich bedeutsamere Rolle in unserer derzeitigen Gesellschaft spielen sollte. In einer schnelllebigen Zeit wie der unseren braucht der Mensch ein zweites, spirituelles Zuhause. Dieses Zuhause kann in der Kunst gefunden werden. Wir sind heutzutage Weltmeister im Verdrängen der eigenen Emotionen. Fast jeder Mensch spielt im alltäglichen Leben, beispielsweise im Berufsleben, nur noch eine billige Rolle. Existenz- und Versagensängste treten vermehrt auf. Vielen Menschen fehlt jedoch ein erfüllender Ausgleich, der ihnen andere Denkansätze und Werte aufzeigt. Die brutale Leistungsgesellschaft fordert viele Opfer. Nie hat es so viele psychisch erkrankte Menschen in unserem Land gegeben. Kunst ist Therapie und Heilmittel, sie schafft Ausgleich. In einer Zeit, in der die Menschheit es nahezu verlernt hat Emotionen und Werte zu transportieren und zu kommunizieren fällt der Kunst eine weitere wichtige Rolle zu. Kunst als Kommunikationsplattform. Wer Kunst nicht fördert, lässt Seelen erkranken“, schreit es dieser gedankenreiche Gefühlsmensch beinahe heraus und beschreibt mit seinem letzten Satz in Perfektion gegenwärtige soziale Missstände.

Dieses leidige Thema wühlt einen vernünftigen Charakter unweigerlich auf, Vespasian geht daher hierzu ergänzend in sich:

„Wer sich den Lauf der Geschichte vor Augen hält, wird schnell feststellen, dass sich innerhalb einer Gesellschaft die Entwicklungen ständig wiederholen. Wenn du also sagst „Arme werden immer ärmer, Reiche immer reicher“, dann stelle ich fest, dass dies ein Ausspruch ist, der auch schon in der Antike und dem Mittelalter seine Richtigkeit hatte. Der Homo Sapiens hat gewisse Verhaltensmuster, die nicht retouchierbar sind. Ich habe mich erst vor kurzem mit dem Circus Maximus in Rom beschäftigt. Dies war seinerzeit ein Treffpunkt verschiedener Gesellschaftsschichten. In historischen Überlieferungen werden die Gesprächsthemen der damaligen Menschen thematisiert. Die Sorgen, Nöte und Missstände decken sich fast 1:1 mit den heutigen Problemen. Was in diesen Tagen erschwerend hinzukommt, ist die enorme Umweltbelastung. Es wird in absehbarer Zeit um sehr existenzielle Fragen gehen. Die Zeit des Menschen scheint langsam abgelaufen. Der größte Feind des Menschen ist der Mensch selber.“

Bei Imperium Dekadenz gibt es kein einheitliches lyrisches Thema, wie beispielsweise Satanismus oder das Heidentum, so Horaz.

„Es geht vielmehr um menschliche Niedertracht, Hedonismus, Fatalismus, Zerfall, Sehnsüchte, Verrat aber auch geschichtlich Angehauchtes oder von der Natur inspirierte Texte. Die meiste Inspiration greifen wir wohl aus unserem Leben selbst auf und dies dient wohl somit als Ventil. Manchmal sind es aber auch Ideen, die einem plötzlich in den Sinn kommen, und die dann ausformuliert werden wollen. Natürlich ist auch die Kunst anderer Künstler, wie Musik, Filme, Literatur, Gemälde usw., eine stets willkommene Inspirationsquelle.“

Imperium Dekadenz hatten beziehungsweise haben stets das Ziel vor Augen, ein besseres Leben zu erreichen, ohne zu wissen wie dieses Leben aussehen soll, oder wie es aussehen wird, wie Horaz darlegt.

„Glücklichsein ist Sache der Individualität und nicht der Zustand einer Masse. Könnte ich die Welt nach meinen Wünschen gestalten, würde ich damit viele Menschen unglücklich machen. Man ist auf dieser Welt und man hat das Recht das Beste daraus zu machen.“

Und laut Vespasian klagen die Deutschen, wie eigentlich alle westlichen Länder, auf sehr hohem Niveau.

„Wir haben das Glück in einem demokratischen Land zu leben, und keiner nagt wirklich am Hungertuch. Wer das behauptet, der sollte mal Dritte Welt-Länder bereisen. Ich sehe unser Land nicht in einem maroden Zustand. Ich sehe unser aller Seelen in einer bedenklichen Fassung, da die so genannte „moderne“ Gesellschaft mit ihrem materialistischem Denkansatz der Spiritualität augenscheinlich den Krieg angesagt hat. Diese Schlacht werden wir jedoch verlieren.“

Für ihn ist Black Metal sowieso kein Trend im herkömmlichen Sinne, und wie so oft zuvor in diesem Gespräch höre ich meine tragende Einstellung zur Sache an sich wieder aus seinem Mund formuliert:

„Die Leute, welche diese Kunstform in ihrem Herzen tragen, werden die Flamme stets am lodern halten. Ich bin jedoch sehr gespannt, ob all die Halbwüchsigen, die auf den Festivals mit möglichst bösen T-Hemden herumhüpfen, in zehn Jahren immer noch diese Kunst begehren, oder ob sie doch nur Herdentiere waren. Als ich Anfang beziehungsweise Mitte der Neunziger Jahre den Black Metal für mich entdeckte, hatte ich das Gefühl, etwas sehr Spirituelles, in gewisser Form einen Schlüssel zu meinem Innersten gefunden zu haben. Ich habe die Musik nie konsumiert, um andere zu beeindrucken. Genau dieses Phänomen beobachte ich heutzutage in zunehmender Weise. Viele Leute erhoffen sich Respekt und Anerkennung bei ihren Mitmenschen, in dem sie sich als ultraböse und unnahbar geben. Sie haben aber in vielen Fällen den Respekt vor sich selber verloren. Sie spielen in gewisser Hinsicht nur eine Rolle. Weil sie sich selber nicht kennen. Zusammenfassend kann ich sagen, dass solange Menschen diese Kunst im Herzen tragen, wird Black Metal existent sein. Ob er in Magazinen stattfindet oder nicht ist völlig egal.“

Oberste Priorität hat ohnehin stets die Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse, wie Vespasian nachfolgend eindeutig klarstellt:

„Wir machen die Musik, um uns in gewisser Hinsicht selber zu „therapieren“. Aber gerade weil uns unsere Musik so viel bedeutet, streben wir nach einer immer professionellen Präsentation unseres Schaffens. Wenn du ein Buch schreiben würdest, dessen Inhalt dir enorm viel bedeutet, hättest du sicher auch keine Lust das Geschriebene als lausiges Dokument verstauben zu lassen. Was ich damit sagen will: Ein angemessener Rahmen ist uns sehr wichtig. Wenn wir in Zukunft weiterhin Alben veröffentlichen können, und interessierte Menschen von unserem Schaffen Notiz nehmen, sind wir sehr glücklich.“

Zünftige Bühnenattacken zu inszenieren, dies ist nach Veröffentlichung des nächsten Albums oberstes Ziel für Imperium Dekadenz. Vespasian blickt abschließend in die Zukunft:

„Imperium Dekadenz besteht momentan nur aus uns beiden, was Auftritte natürlich unmöglich macht. Ab Mai 2007 etwa wollen wir uns um eine Live- Mannschaft kümmern und schon bald Auftritte bestreiten. Allerdings wollen wir in Zukunft das Songwriting komplett in unserer Hand lassen. Es ist schließlich unser Kind und das soll auch so bleiben. Ansonsten: Es war uns eine Ehre. Bleibt uns nur noch vielen Dank für das Interview zu sagen!“

© Markus Eck, 13.02.2007

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