Top
Interview: FEJD
Titel: Natürlich

Endlich haben es diese Schweden jetzt so richtig gepackt. Ihr neues Album „Eifur” enthält nämlich haufenweise zielsicher musizierte Folk Metal-Volltreffer!

Gegründet 2001, führten anhaltender Fleiß und emsiges Verfolgen der eigenen kreativen Visionen die Gruppe über die Jahre zur heutigen Hochform. Und in dieser können Fejd eigentlich von nichts und niemandem mehr aufgehalten werden.

Bedenkt man dazu, wie viele Gruppen sich mittlerweile in diesem stilistischen Bereich breit gemacht haben und wie viele halbgare bis ärgerlich belanglose Veröffentlichungen dies gegenwärtig mit sich bringt, kann man als seriöser Liebhaber solcherlei Klänge umso dankbarer sein, es bei diesen Metier-Repräsentanten mit echten Könnern zu tun zu haben.

Dabei entfährt dem feinen neuen Songmaterial wohltuender Weise weder aufgesetzt wirkende Fröhlichkeit noch allzu beschwerender Tiefgang – resultierend in hochkarätiger Seriositätsmusik, die man gleich zu einer Vielzahl an Gelegenheiten hören kann.

Denn die feine und wohltuend genussvolle Anmut der Kompositionen auf „Eifur“ erstreckt sich dermaßen weit in die Sinne hinein, dass die Lieder der schwedischen Ausnahmegruppe eigentlich ja eine große Vielzahl von Geschmäckern zu betören imstande sein sollten.

Ob Rocker, Metaller oder Folklore-Fanatiker also. Allesamt sollten sie sich anhaltend an der zeitlos schönen Notenkunst von Fejd laben, welche stark beseelend wirkt.

Noch dazu ist das rundum unverkrampfte skandinavische Ensemble erneut voll und ganz in der Lage, sein ganz eigenes individuelles Klangbild instrumentell und gesanglich gleichermaßen umfassend zu rahmen. Derart gut eingestimmt auf das aktuelle Schaffen dieser Zunftmeister, schnappe ich mir sogleich Drummer Esko Salow zum Dialog.

Und wie der Taktmann zu berichten weiß, behandeln die neuen Songtexte unterschiedliche Thematiken: „Hauptsächlich drehen sich die aktuellen Lyriken von `Eifur` um fiktive Belange. Doch haben wir auch Lieder mit real basierenden Hintergründen, wie beispielsweise über die Pest, welche im 14. Jahrhundert viele Menschen in Europa das Leben kostete. Besungen werden von uns auch Bereiche wie Jägerlatein und Umweltschutz beziehungsweise Liebe zur Natur etc.“

In Erfahrung zu bringen ist von dem Trommler nachfolgend auch noch, dass die beiden Hauptsongwriter in der Band die Brüder Rimmerfors sind. „Patrik schrieb den Großteil der Kompositionen, aber auch sein Bruder Niklas kam diesmal mit einer Vielzahl an guten Ideen an, die Verwendung finden konnten.“ Letzterer erstellte auch so einige feine Songtexte, so der Stockschwinger ergänzend.

Erfreut kann Esko anschließend berichten, dass die Zusammenarbeit bei Fejd nach wie vor sehr gut funktioniert.

„Über die Jahre lernten wir, sehr einfühlsam gegenseitig miteinander umzugehen, was eine hervorragende Basis für schöpferische Qualität darstellt. Bei uns kann jeder seine Ideen und Eingebungen vortragen, ohne dass jemand anfänglich abwinkt – wir arbeiten allesamt dann so gut als möglich daran und wenn etwas Brauchbares dabei entsteht, findet der jeweilige Vorschlag dauerhafte Verwendung. Wir sehen uns in diesem Kontext ohnehin als eine Art Teamsportler – und wir haben diese Arbeitsweise lieben gelernt. Wir brauchen einander, um das volle Bewusstsein zu unserer Musik zu entwickeln beziehungsweise zu behalten – um kreativ kraftvoll zu bleiben sozusagen.“

Als Musiker mit Leib und Seele freut sich Esko schon hoffend darauf, wie er anfügt, dass das aktuelle Fejd-Album „Eifur” möglichst viel Anklang finden wird. Wir erfahren:

„Wir hoffen daneben, dass die Scheibe gut genug ist, um uns viele neue Bühnenauftritte zu ermöglichen – welche uns hoffentlich zu einer größeren Anzahl verschiedener Länder führen werden. Für uns als Band, die nun einen Plattenvertrag hat, ist es wichtig geworden, mehr Einheiten des neuen Albums zu verkaufen als dies bei unserer Veröffentlichung `Storm` der Fall war. Doch auch sonst hoffen wir auf bessere Verkäufe: So werden auch Live-Promoter und -Booker auf uns aufmerksamer und letztlich wird das im günstigen Falle auch dazu führen, dass wir ein weiteres Album auf unserem aktuellen Label veröffentlichen werden können. So sehe ich ebenfalls voller entsprechender Hoffnungen nach vorne, dass unsere neuen Lieder sich auch auf den Bühnen gut bewähren werden, sodass jeder Live-Gig von Fejd ein voller Erfolg für alle Beteiligten wird. Mögen also die kommenden Festivals und Touren bestens für uns laufen!“

Interessant zu wissen, in welchem Alter ein Mensch, Charakter und Musikant wie der Schlagzeuger wohl das altbewährte Heidentum für sich und sein Leben entdeckt hat. Er bekennt in aller Offenheit:

„Das ging bei mir schon relativ früh einher – eines Tages erkannte ich, dass das, was da jedes Jahr im Christbaum bei uns hing, rein gar nichts mit Jesus hat. Sondern vielmehr, dass das ganze Zeug vor mehr als 1.000 Jahren zur christlichen Unterwerfung der damaligen Heiden und des alten Götterglaubens gedient hat.“

Auf seinen persönlichen allergrößten Moment mit Fejd angesprochen, kommt eine ebenso herzliche wie Sympathie einbringende Antwort aus dem Mann:

„All die letzten Jahre mit der Band waren meine großartigsten Erlebnisse! Wenn ich an all die von uns bespielten Festivals denke – und auch daran, wie wir allesamt dafür in unserem alten Bandbus durch die Gegend zockelten; gerade ihr Deutschen wart sehr gastfreundlich zu uns. Da kommen immer haufenweise lieb gewonnene Erinnerungen in mir hoch. Oder wenn ich mir all die Leute ins Bewusstsein rufe, die wir trafen oder die ereignisreichen Studioaufnahmen zu unseren Werken – herrlich! Ein Wahnsinnsmoment war es auch, ich kann mich noch sehr gut erinnern, als wir endlich einen guten Plattenvertrag in der Tasche hatten – selten hatten wir uns so sehr gefreut.“

Nicht minder reizvoll ist es, im Weiteren auch noch zu erfahren, was genau den Kerl im Innern dazu antreibt, sich derart inbrünstig genau solcherlei Art von Musik mit aller Hingabe zu widmen:

„Das erklärt sich eigentlich zunächst mal ganz simpel: Wir spielen einfach ganz exakt die Art von Liedern, die uns selbst am besten gefallen. Und dabei versuchen wir ganz bestimmt nicht, irgendwas Besonderes entstehen zu lassen – sondern lassen ganz natürlich und auf ganz schlichtem Wege unsere Inspirationen fließen. Und dabei kann es schon mal passieren, dass ein Fejd-Song das komplette musikalische Gesicht ändert, wenn final alle Instrumente darin eingebracht beziehungsweise verwirklicht worden sind. Man fühlt dabei beispielsweise plötzlich, dass der anfängliche eigentliche Rhythmus vom Beginn des Songwritings dazu nicht mehr so gut dazu passt – oder dass die Harmonien auf andere Weise zueinander gespielt werden sollten. Schlussendlich weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mal so ganz genau, was unsere Kompositionen eigentlich so episch werden lässt – aber ich bin sehr froh darüber, dass es ist wie es ist.”

Am Wochenende geht der Taktbringer laut eigener Aussage sehr gerne in die Natur, ganz so also, wie es sich für einen waschechten Folk Metal-Kerl halt eben auch gehört.

„Ich genieße dann die Gesellschaft von Mutter Natur und ihre Geschenke an uns Menschen immer sehr. Glücklicherweise wohnen wir hier auf dem Land, wo es jedem erlaubt ist sich am Wald zu erfreuen – sei es beim Pilze- oder Beerensammeln oder was man sonst als Naturfreund dort so zu finden vermag.“

Dabei ist es dem Drummer eigentlich egal, wie er verkündet, zu welcher Jahreszeit er in den heimatlichen Wäldern herumstreift:

„Solange das Wetter gut ist, soll mir der Sommer genauso recht sein wie der Winter. Aber ich liebe den Herbst schon sehr, der jedes Jahr immer wieder die großartigsten und schönsten Farben in die Bäume zaubert – so kann ich mich wirklich für keine zu bevorzugende Jahreszeit entscheiden. Doch das war nicht immer so, denn als ich noch jünger war, favorisierte ich eindeutig den Sommer und das warme Klima hier – doch mittlerweile, entsprechend gereift, weiß ich jede Zeit des Jahres sehr zu schätzen.“

Schließlich noch um obligatorische letzte Worte an dieser Stelle zu all den Fejd-Anhängern gebeten, lässt der Schlagzeuger in aller spürbaren Lockerheit frohgemut wissen:

„Wir hatten die große Freude, diesen vergangenen Sommer eine ganze Menge an Fans bei unseren Auftritten zu treffen – was uns immer wieder immens gut getan hat. So sehen wir mit riesiger positiver Erwartungshaltung und nicht minder großer Vorfreude auf die Festivalsaison 2011 voraus! So haben wir euch allen in Geschlossenheit für eine großartige Live-Saison zu danken. Also, Leute, wir sehen euch dann nächstes Jahr in bester Laune wieder!“ So möge es sein.

© Markus Eck, 28.09.2010

[ zur Übersicht ]

Advertising

+++

+++


+++

+++