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Interview: EXORIENTE
Titel: Morgenländische Klangfacetten

Aus dem Osten Deutschlands entspringen diese außerordentlich fidelen Musikanten, welche sich selbst unter dem Gruppennamen Exoriente als „Die Spielleute des Ostens“ titulieren. Diese Recken haben sich laut eigenem Bekunden zusammengefunden, um gemeinsam auf allerlei Märkten, auf Stadt,- und Dorffesten oder zu privaten Anlässen historische Musik auf historischen Instrumenten zu zelebrieren und das Volk damit zu erfreuen.

Gegründet wurde der Haufen im Winter 2010. Nico Richter, ein echter Individualist, bringt bei der Truppe unter dem Künstlernamen Ohnhaar Drummlhall die Davul und die Schellen zum Erklingen.

„‚Exoriente’ bedeutet ‚Aus dem Osten’. Die Frage die wir uns stellten, als wir einen Bandnamen suchten, war nämlich: ‚Woher kommen wir und was für Musik machen wir?’ Eben, wir kommen aus dem Osten und machen Musik mit orientalischem Einschlag. Und damit es etwas interessanter klingt, benutzten wir Latein dafür. Was bedeutet er mir? Namen sind meist Schall und Rauch; letzten Endes sind wir Musiker, die Freude am Musikmachen haben und vor allem Musiker zum Anfassen. Der Name ist nur unser Anzug, aber wir stecken in diesem Anzug“, weiß Ohnhaar Kunde zu tun.

Ich erkundige mich anschließend sogleich auch noch danach, was genau die geneigten Hörer nun auf musikalischer Ebene auf dem kommenden Exoriente-Album erwartet. Und wir erfahren diesbezüglich von dem spielfreudigen Musikanten:

„Das erste Album von uns beinhaltet vorrangig klassische Titel, neu interpretiert. Wie schon erwähnt, viel davon mit orientalischem Einschlag. Wir sind mit Ideen ins Studio gegangen und haben fast alle Ideen umgeworfen als wir im Studio standen, und dabei sind völlig neue Lieder entstanden. Unser Plan war, es knackig sein und das ist es geworden. An der Stelle ein ganz, ganz großes Dankeschön an Mario, unseren Studiochef, welcher früher auch bei Potentia Animi mit dabei war! Denn das, was dabei heraus gekommen ist, haben wir letztlich ja auch ihm zu verdanken.“

Das Mittelalter-Musikgenre ist doch ziemlich überfüllt mittlerweile; worin beziehungsweise in welcher Position sieht mein Gesprächspartner Exoriente inmitten des Ganzen?

Nico konkretisiert:

„Wir haben Spaß an Musik und das wollen wir vermitteln. Sicher hat man Ziele und es liegt immer an einem, oder an der Band selbst, diese Ziele zu verwirklichen. Nur wer uns hören und sehen möchte, wird dies aus freien Stücken tun. Wir sehen auch alle anderen Gruppen mit Respekt. Und gibt es nichts Schöneres für uns, als abends mit den Kollegen am Feuer zu sitzen, ein Bierchen zu trinken und einfach nur Mensch zu sein.“

Historie ist ein wichtiger Teil in seinem Leben, so Ohnhaar, und er beschäftigt sich sehr damit, wie er offenbart. Mehr:

„Aber dies immer unter dem Gesichtspunkt, dass ich in der Neuzeit lebe. Die Musik, wie wir sie heute machen, weicht auch sehr von dem ab, was in der damaligen alten Zeit kreiert wurde. Schon allein von den Instrumenten her: Viele Trommeln, Marktsäcke und gelegentlich auch eine E-Gitarre; solche Instrumente fand man ja nicht im Mittelalter vor.“

Exoriente haben sehr viele Auftritte in Planung, kleinere und große, so der Spielmann abschließend. „Highlights sind für uns immer das Stadtfest in Wittenberg, ‚Luthers Hochzeit’ und der Mittelaltermarkt in Hohenmölsen: Dort spielen wir neben The Sandsacks und anderen. Ansonsten hoffe ich, dass wir so bleiben wie wir sind: Lustig und bekloppt, ganz einfach gesagt.“

© Markus Eck, 15.05.2011

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