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Interview: DAS ICH
Titel: Prophetenspiegel des neuen Jahrtausends

Diese beiden Musiker haben sich in der so genannten Schwarzen Szene schon seit langer Zeit felsenfest etabliert. Das Ich bestehen schon seit ganzen 13 Jahren, eine lange und seltene Zeit in dieser oftmals schnelllebigen Branche.

Doch nicht nur die Dauer ihrer künstlerischen Existenz spricht für die beiden, auch die Qualität der Musik sorgte für einigen bisherigen Erfolg.

Bruno Kramm, bei Das Ich zuständig für Musik, Instrumente und Produktion, sowie sein langjähriger Partner, Texter und Sänger, Stefan Ackermann, haben mit ihren vielen Alben wie keine andere Dunkelkapelle dieses Genres elektronische Musikgeschichte geschrieben. Fest steht: Die beiden Bayreuther wurden zudem oft kopiert, doch nie erreicht.

Nun haben sie mit „Anti’christ“ ein neues Werk elektronischer Emotionsexplosionen am Start. Dieses Album knüpft genau da an, wo das mittlerweile zu einem echten Klassiker avancierte Dunkeldebüt „Die Propheten“ aufgehört hat. Bruno und Stefan öffneten die Pforten ihrer kreativen Geister und ließen sich von mir bereitwillig in ihre unkonventionellen Seelen blicken.

Obwohl ich ansonsten riesiger Metal-Fan bin, gefallen mir die Lieder des Duos gut.

Denn sie sind düster, beklemmend und psychotisch. Bruno beschreibt den Sound von Das Ich einem typischen Die Hard Metal-Fan folgendermaßen:

„Hart, grausam, unbeugsam an der Oberfläche und darunter mit vielen Details. Die symphonische Komponente war mir immer sehr wichtig. Elektronik, die sonst meistens einen sehr leblosen und sterilen Charakter hat mit der Macht der Klassik zu verbinden. Elektronische Musik weist meistens eine penetrante Leblosigkeit auf, was wir von Anfang an ändern wollten. Dramatisch und schockierend wollten wir dann alle Extreme verbinden.“

Stefan ergänzt ihn: „Als wir damals in die Szene gerutscht sind, ging es nicht um diese heute weit verbreitete und extreme Trennung der einzelnen Stilistiken. Es war damals ganz normal, als Grufti auch Metal oder Punk zu hören. Deshalb bleibt deiner Beschreibung `düster, beklemmend und psychotisch` nur eines hinzuzufügen: `rein elektronisch`.“

Der Albumtitel „Anti’christ“ hat den Autoren als Black Metal-Anhänger augenblicklich erfreulich angesprochen. Bruno erläutert ausführlich die Hintergründe dafür:

„Der Antichrist hat heute wieder eine Bedeutung gewonnen. In Zeiten in denen der Führer der größten Weltmacht zum Kampf zwischen Gut und Böse ausruft und eine `Achse des Bösen` ausmacht, bekommen diese Begriffe wieder ihren überzogenen Charakter früher Tage. Das Gute und das Böse sind wie alles seit Einstein relativiert, alles hängt vom relativistischen Betrachtungspunkt ab und kann sich vom Einen ins Andere verkehren. Das was unsere westlichen Nationen als Gut bezeichnen sind nur ihre Definitionen von kapitalistischen Werten. Wer beim globalen Spiel mitmacht und das nach den Regeln der USA darf auch Brandschatzen und ist dann gut. Das eigentlich Böse ist nur das Fehlen von Mitgefühl, das in Zeiten von multimedialer Entmenschlichung immer mehr verschwindet. `Antichrist` ist da die Provokation, sich selbst zu hinterfragen und die Dualität zu begreifen anstatt den Parolen blind hinterherzulaufen.“

Stefan schließt sich an und stellt fest: „In erster Linie soll der Name provozieren, schon allein weil die schwarze und auch die Black Metal Szene in der Gesellschaft als satanisch verschrien sind, obwohl es weit mehr Menschen aus ganz anderen und normalen Bereichen der Gesellschaft gibt die in diesem sinne wirklich Satanisten sind. Doch das kann und will natürlich niemand sehen, den dann müsste er ja gleichzeitig zugeben, das er ebenso potenzieller Satansanhänger ist. Das ist doch eindeutig unmöglich oder?“

„Anti’christ“ knüpft laut Presseinfo da an, wo das heute zum Klassiker avancierte Debütalbum „Die Propheten“ aufgehört hat.

Kontrovers, schockierend aber immer mit dem ausgewogenen Sinn für Spannung zwischen Harmonie und Disharmonie.

Wie stellen Das Ich ihre musikalische Harmonie und Disharmonie jeweilig dar? Bruno: „Harmonie und Disharmonie sind musikalische Ausdruckselemente die leider heute nur noch bedingt genutzt werden. Harmonische Musik bedarf der Spannung durch schräge disharmonische Elemente, um zu erzählen. Leider ist dieses narrative Element bei der meisten Musik von heute nicht mehr vorhanden. Da beziehen wir uns auch klar wieder auf die Klassik in der in der Moderne, die streng reine Harmonielehre durch die Reibung und Spannung sehr enger Intervalle – also sehr schräger und im ersten Moment falsch klingender Töne, die um ein breites Ausdrucksspektrum erweitert wurden. Musik muss fühlbar sein und Schmerz und Wut lässt sich nur mit Disharmonie annähernd authentisch beschreiben. Um die alten Neubauten der 80er zu zitieren: `Hör mit Schmerzen`.“

Mit „Anti’christ“ wollen Das Ich ins Mark der nach neuen Werten suchenden Konsumgesellschaft stechen.

In welcher Weise ist der Antichrist für die beiden Musiker mehr als das vielbeschworene Bild der Unheilsverkündigung aus der biblischen Offenbarung? Stefan macht neugierig:

„`Anti’christ` ist ein eindeutiges Symbol, so wie der `Tod` eindeutig definiert ist, ist auch der `Anti’christ` eindeutig definiert als der Wiederchrist oder Teufel. Aufgrund dieser Definitionen lassen sich prima Persiflagen und Synonyme bilden, die sich auf die aktuellen Geschehnisse in der Gesellschaft beziehen lassen. Ja, ganz richtig, das ich gerne über dumme Werteverurteilungen spotte. Wer unsere Texte aufmerksam liest, wird feststellen, das darin Unmengen von Spöttereien zu finden sind.“

Bruno weiß dazu Feststellendes zu berichten. „Der Antichrist ist noch viel mehr: Einmal als christliches Pendant zum fernöstlichen Yin und Yang, als männliches Prinzip im heutigen Sinne, wurde es natürlich bei den Christen gerne mit den pervertierten Moralbegriffen von Gut und Böse gefüllt und dann besonders gerne den Frauen zugeschrieben. Auf der anderen Seite hat in einer entgöttlichten Zeit eines Nietzsche der Antichrist keine wirkliche Gegenwart mehr und wurde dadurch zu einem mystisch verklärten Begriff. Unterbewusst strahlt aber immer noch die Angst der über Jahrhunderte hinweg anerzogenen Angstbilder und kommt dann in Zeiten der ethischen Orientierungslosigkeit zurück und wird gezielt als Medium für politische Interessen genutzt.“

Das letzte reguläre Album der beiden Exzentriker war recht erfolgreich. Stefan resümiert:

„Das war `Egodram` (1997) und es war wirklich sehr erfolgreich. Für uns ist ein einziger Zuhörer schon ein Erfolg, weil wir Unterhaltungsmusik machen. Und wir sind meist sehr gut unterhalten wenn wir Musik machen.“ Gut formuliert.

Bruno geht da nachfolgend eher ins Detail und tut kund:

„Na ja, da war auch noch mehr, so beispielsweise die `Morgue` Vertonung oder das `Relaborat` Album. Ob erfolgreich oder nicht, meistens haben unsere Alben irgendetwas bewegen können und das ist meiner Meinung nach sehr wichtig.“ Klar erkannt.

Die bewegende Musik von Das Ich hat inzwischen ein breites Publikum gefunden; sie wird nicht nur von Dark Wave und Elektro Düster-People gehört, wie Bruno mitteilt. „Wir haben mittlerweile ein sehr breit gestreutes Publikum: Hörer der ersten Generation, die gerade mit der Einschulung ihrer Kinder zu kämpfen haben bis zum blutjungen Szeneeinsteiger, der noch die Schulbank drückt. Allen voran aber bewusste Menschen.“

Stefan bejaht: „Ganz richtig, dazu kommen Metaller, Punker, Popper, Techno-Freaks; ja sogar Deutschlehrer, Rechtsanwälte und ganz `normale` Menschen. Das Ich steht für einen gewissen Anspruch und ist selten einfach dumpf und altbacken, und daraus ergibt sich, dass wir nicht nur für eine ganz bestimmte Gruppe hörbar sind, sondern für den Menschen als Wesen für sich.“

Stefan hierzu: „Der Szenehit `Destillat` war schon auf `Egodram` als Original, der Remix von `VNV Nation`, machte diesen Song szenekompatibel und wurde deshalb zum Hit. Daran sieht man, dass Das Ich gar keine Hitschreiber sind, denn es fällt uns schwer einen Hit zu schreiben der eben mit dem einfachst möglichen Beat unterlegt ist. Das Ich ist nicht einfach, man muss sich mit den Musikern auseinander setzen, und genau das kann man von niemanden erwarten wenn er sich unterhalten lassen will. Still um Das Ich ist es oftmals weil es noch andere Sachen gibt mit denen wir uns sehr gerne beschäftigen. Brunos Soloprojekt brauchte seine Zeit – und diverse Produktionen sind für Bruno natürlich auch interessant, da diese neue Ideen und eine abwechslungsreiche musikalische Arbeit versprechen.“

Seit dem erfolgreichen Remix Album „Re_laborat“ mit dem Szenehit „Destillat“ war es längere Zeit doch etwas still um Das Ich. Es hieß, das Duo hätte sich Solokarrieren und diversen Produktionen gewidmet. Die Gründe dafür sind für Stefan ganz einfacher Natur:

„Wenn ich dir jetzt sage, dass ein Fabrikarbeiter sich sehr über Abwechslung freuen würde und sich ab und zu mal mit einer anderen Arbeit, beispielsweise im Freien beschäftigen könnte, wirst du sicherlich verstehen, dass es nicht darum geht, eine defizitäre Auslastung zu lindern, sondern um Horizonterweiterung und Abwechslung, die meist positive Früchte zutage fördert.“

Bruno dagegen leidet oft unter Zeitnot:

„Ausgelastet schon... Aber es gibt einfach zu viele Dinge die mich interessieren und denen ich nachgehen möchte. Leider kannst Du als Musiker, der von Musik lebt nur circa ein Viertel deiner Zeit der Musik widmen. Der ganze andere Kram benötigt so wahnsinnig viel Zeit, dass es dann recht schnell eng wird, wenn Du mehr als nur ein Bandprojekt machst.“

„Anti’christ“ ist die dreizehnte Veröffentlichung im dreizehnten Jahr des Bestehens. Ganz schön fleißig, möchte man sagen. Das Ich sind laut Stefan eben zielstrebige Musiker.

„Rund um die Uhr waren wir nicht an der Arbeit zu neuen Stücken. Aber wenn, dann richtig! Wenn Das Ich anfängt, neues Material zu schreiben, wird dieses auch fertiggestellt – was manchmal ein schweißtreibender Kampf ist und manchmal einfach federleicht herausfließt.“

Bruno freut sich: „Das neue Album ist uns schon sehr schnell gelungen. Es war selten so klar im voraus definiert, in welche Richtung sich ein Album bewegen sollte. Das eigentliche Songschreiben hatte ich in gerade mal vier Wochen abgeschlossen. Das bedeutete aber auch wirklich Tag und Nacht eingeschlossen arbeiten – und verdammt viel Kaffee.“ Kenne ich gut.

Bruno ist für die Musik, die Instrumente und die sogar Produktion der Das Ich Sounds verantwortlich. Ist das nicht manchmal stressig?

„Nein, es gehört zusammen. Besonders bei elektronischer Musik, die für mich eigentlich nur dann ihre Berechtigung hat, wenn der Klang als solches ein weites Kompositionsmedium ist. Meistens wird Elektronik ja nur mit Preset Sounds gemacht, was uns aber einfach nur ankotzt. Auf dem aktuellen Album gibt es nur selbst entworfene und gesampelte Sounds, die exakt auf die Songs zugeschnitten wurden. Ich bin sehr froh, über ein gutes Studio zu verfügen. So kann ich von Anfang an die Songs skizzieren und dann bis zum Endstadium ausformen, anstatt ab einem gewissen Punkt die Idee durch einen externen Produzenten zu verwässern.“

Stefan habe ich scheinbar aus dem Herz gesprochen...

„Dass das stressig ist, kannst du laut sagen – und dem Bruno sei an dieser Stelle ein großes Dankeschön gesagt! Es gibt keinen größeren Geist als Bruno, um das, was Das Ich – also uns, darstellt, auch umzusetzen. Doch wirst du bestimmt zustimmen, dass es wohl am besten ist diese Sachen von ein und der selben Person entstehen zu lassen, damit am Ende auch ein authentisches Werk heraus kommt. Ich denke, ich spreche jetzt auch für Bruno: Das Ich wird es niemals zulassen, das ein Fremder in der Entstehung der Songs seine Finger ins Spiel bringt, denn dann wäre es ja nicht mehr Das Ich. Dazu gehört eben auch die Produktion.“

Im Allgemeinen werden die Songs nach festgelegter Vorgehensweise ausgearbeitet, wie Stefan mir erläutert.

„Als erstes legen wir die Thematik fest, begrenzen den Rahmen dafür und dann legt Bruno los und schreibt die Musik. Dann bekomme ich die Rohfassung des Songs zu hören und setze mich hin um der Musik eine textliche Aussage zu verpassen. Danach werde ich ins Studio gerufen und singe unter Brunos Anleitung und Führung die Texte ein. Darauf folgt dann die Produktion, bei der ich nichts mehr verloren habe, und das ist auch gut so. Denn ich bin noch nie von Brunos Endprodukt enttäuscht gewesen. Und würde ich mich mit meinen dummen Bemerkungen dabei einmischen, würde es bestimmt nicht dienlich sein, weil ich davon einfach keine Ahnung habe.“

Bruno pflichtet bei und ordnet seinen Kollegen ein: „Stefans wirklich breites Betätigungsfeld ist die Bühne. Er ist ein begnadetes Naturtalent beim Umsetzen der Songs ins Gestik und Mimik, das ist der Punkt wo ich mich dann zurücklehne und seiner Umsetzung begeistert zusehe und auch hier stellt sich dann heraus, welcher Song gelungen ist oder nicht. Stefans Performance hängt sehr stark von den jeweiligen Qualitäten des Songs ab – wenn er von Emotionalität erfüllt ist kann ihn keiner mehr stoppen und er wird die fleischgewordene Inkarnation der gequälten Seele.“

„Anti’christ“ bezieht sich auch auf das gleichnamige, zynische Großwerk Nietzsches und verknüpft es mit einer niederschmetternden Unterwelt von atmosphärischer Tiefe und musikalischer Bandbreite zwischen Gothic Industrial, Neoklassizismus und dem ureigenen und unverwechselbaren Stil von Das Ich.

Bruno schlüsselt die Entstehungsgeschichte auf:

„Unser Stil ist aus uns selbst heraus entstanden. Als wir begonnen, Musik zu machen gab es wenig Vorbilder. Einzig und allein die Macht der Klassik, die ich lange studiert hatte und die Macht des expressionistischen Wortes. Da wir ja sehr provinziell aufgewachsen sind, konnte sich da dann eine eigene Stilistik entwickeln die nicht durch trendbezogene Ideen verwässert wurde und nur Stefan und mir gerecht werden muss.“

Dieser weiß: „Wir leben jetzt über 14 Jahre zusammen, schon daraus ergibt sich ein Stil. Um dem ganzen einen Leitfaden zu geben, legen wir wie vorher schon erwähnt die Thematik und somit den Stil fest. Da wir beide aus der Szene kommen und Bruno ein großartiger Musiker ist, ist es für ihn auch nicht schwer die musikalische Stiltreue zu wahren.“

Bruno ist eng mit den Werken Nietzsches verbunden – ideell und mental. „Die zynische Ader und ihre grundlegende Religions- und Gesellschaftskritik hat niemand treffender ausgedrückt als Nietzsche. Gerade sein `Antichrist` ist eines der niederschmetterndsten Werke der Literatur schlechthin.“

Stefan distanziert sich da doch ein wenig: „Verbunden möchte ich nicht sagen, doch hat der liebe Herr eben in so vielen Dingen recht und ist auf Grund seiner intellektuellen Beschäftigung der einzelnen Themen immer wieder einen entsprechenden Verweis wert. Warum sollte man sich für gewisse Erkenntnisse selber etwas zusammenreimen, wenn die inhaltliche Aussage einer Erkenntnis schon lange eindeutig definiert wurde?“

Das Ich wollen mit „Anti’christ“ der schwarzen Szene den musikalischen Weg und das inhaltliche Ziel des neuen Jahrtausends aufzeigen. Stefan erklärt, welcher Weg gemeint ist und welches inhaltliche Ziel.

„Der Weg und das Ziel sind dasselbe: Weg von der Oberfläche und hinab in die tiefsten und verborgensten Abgründe zu gehen, um etwas darzustellen. Die schwarze Szene hat grundsätzlich auszusagen, dass die thematische Beschäftigung mit dem Tod zum Leben selbst gehört. `Der Weg ist das Leben, das Ziel der Tod.`“

Bruno fügt dem hinzu: „Vielleicht klingt die Frage etwas vollmundig, aber leider ist die kommerzielle Ausrichtung der schwarzen Szene, die in ihren Ursprüngen so selbstbezogen und authentisch war, in den letzten Jahren zunehmend austauschbar und langweilig geworden. Wir sind, glaube ich, einer der wenigen letzten Vertreter der alten Szene und hoffen mit unserem Album auch eine gewisse Rückbesinnung auszulösen. Denn sollte die schwarze Szene zur reinen Spaßkultur verkommen, ist es nicht mehr weit bis sie komplett vom Mainstream aufgesogen wird.“ Das bleibt abzuwarten.

Was wird das neue Jahrtausend wohl über uns hereinbringen? Es begann ja nicht gerade fröhlich. Bruno warnt mit prophetischem Scharfsinn:

„Wenn sich der Mensch nicht umorientiert – und das in allen Bereichen – wird es in einem großen Leid enden. Irgendwie sind die Menschen immer wie Lemminge, erst gibt es einen großen Krieg und alle ziehen begeistert in die Schlacht und dann nach Kriegsende werden die Toten beklagt und eine Kurze Zeit des Friedens beginnt, in der die Unmenschlichkeit des Krieges betrauert wird und zum ewigen Frieden aufgerufen wird. Dann ein paar Generationen weiter durch satten Egoismus und einseitige Parole aufgepeitscht, wird das Leid schnell vergessen und alle warten nur noch auf den neuen Auslöser und alles beginnt von vorne. Der Mensch ist sich heutzutage so vieler Dinge bewusst und hat mittlerweile sogar seine DNA entschlüsselt, trotzdem ist er immer noch Sklave seines evolutionären Codes und der archaischen und patriarchalischen Gewalttätigkeit seiner Urahnen. Solange wir uns nicht als Ganzes Erkennen wird sich dieses biologische Missverständnis nie aufklären.“ Traurig, aber wahr.

„Anti’christ“ wurde im Danse Macabre Studio, Schloss Cottenau, aufgenommen und gemischt.

Wie lange haben die beiden für die Aufnahmen gebraucht? Bruno:

„Zwei Monate insgesamt. Davon vier Wochen Songwriting, zwei Wochen Aufnahme und zwei Wochen Abmischung.“

Stefan erläutert nun noch den Sinn des auf „Anti’christ“ enthaltenen Videos.

„Die Kernaussage des Videos `Re-animat` überlassen wir dem Zuschauer. Auf dem neuen Album ist das Video, weil es noch nicht allzu oft zu sehen war, sozusagen als `optischer Das Ich-Genuss` für Zuhause gedacht.“

Bruno fügt an: „Leider hatte wir nie die Möglichkeit `Reanimat` einem breiteren Publikum vorzustellen. Der Song gefällt uns nach wie vor und deshalb sollte er einfach als Bonus mit drauf. More value for the money.”

Letzte Worte richtet nun abschließend Stefan an die Anhänger dunkler Klänge. „Erst einmal vielen Dank für dreizehn Jahre Treue. Das Ich schwört euch Treue bis das der Tod uns scheidet.“ Sein Partner rät: „Habt Mitgefühl und hört anstatt nur zu sehen.“

© Markus Eck, 22.04.2002

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