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Interview: BENEDICTION
Titel: Albumtitel als Leitmotiv

Benediction waren einst eine der allerersten Adressen während der Anfang der 90er aufkommenden gigantischen Flutwelle an Death Metal-Bands, welche sich damals global über die Liebhaber härtester Klänge ergoß.

Mit den Jahren ließ das Interesse der metallischen Öffentlichkeit nach, doch die aus Birmingham stammende englische Knüppelgarde ließ nicht locker.

Dieser Tage kommt nach dreijähriger Veröffentlichungspause das neue Album auf den Markt. Und „Organized Chaos” bietet alle bisherigen, lieb gewonnenen Tugenden von Benediction, ohne aber auch nur zu einer Sekunde antiquiert oder altbacken zu klingen. Im Gegenteil, der altgediente Fünfer klingt frischer denn je.

„Grind Bastard”, das letzte Album, liegt also schon einige Zeit zurück. In der Zwischenzeit hat sich viel im Lager der Band getan, die nicht zuletzt durch einen Wechsel am Mikro frischen Wind in den Proberaum geblasen bekam.

Dave Hunt, der neue Sänger der Band, findet den neuen Albumtitel laut eigenem Bekunden genau richtig, um die seit Gründungszeiten favorisierte musikalische Marschroute von Benediction zu umschreiben.

„Wir stehen für organisiertes akustisches Chaos und werden auch so schnell nicht damit aufhören!“

Der 24jährige Brummbär mit dem schwer belastbaren Organ rumorte zuvor in einer lokalen Birminghamer Band, wie er erzählt.

„Die soll jedoch heute niemand mehr interessieren. Ich bewunderte die Jungs von Benediction schon seit Längerem und irgendwann sahen sie uns live spielen. Ihnen gefiel meine Stimme sehr, sie sprachen mich daraufhin an und schon hatte ich den Job.“

Hört sich ja richtig cool an, der gute Mann. Ein wenig war Dave dann aber schon von Nervosität geplagt, als es ins Studio ging, wie er bekennt.

„Das hatte ich doch niemals zuvor gemacht. Aber letztendlich lief alles dann doch noch ganz locker und spaßig ab. Ich wurde von Tag zu Tag besser. Wir waren insgesamt drei Wochen wieder in den Rhythm Studios in der Nähe Birminghams, in welchen auch schon die letzten Alben unter der väterlichen Ägide von Hausproduzent Andy Sneap aufgenommen wurden.“

Nach circa zwei Wochen waren die Instrumente dort aufgenommen, wie ergänzend zu erfahren ist.

„Dann kam ich dran. Zu meinem Glück schrieb ich alle Texte selber, so hatte ich es um einiges leichter. Ich benötigte drei volle Tage für den Gesang, bis alles im Kasten war. Jeden Tag hängte ich mich also so ungefähr fünf Stunden am Stück ins Zeug. Kein Mensch kann sich vorstellen, wie anstrengend das sein kann. Manchmal bekam ich am Ende des Tages keinen vernünftigen Ton mehr raus.“

Der sich selbst als „eiserner Metaller seit Kindertagen“ bekennende Brite kann laut eigener Aussage keine einzige Sekunde ohne seine absolute Lieblingsmusik verbringen, ohne „unruhig“ zu werden. Ein Zuneigung erweckendes Bekenntnis ausgeprägter Passion.

Benediction bestreiten zum Zeitpunkt des Interviews erst letzte Woche das PartySan-Open-Air in der Nähe von Leipzig, was laut Daves Aussage „ein voller Erfolg“ für die Band ist. Die brittanischen Todesbringer sind ohnehin richtig heiß auf die Bühnen:

„Wir stecken schon in den Startlöchern für die hoffentlich bald kommende Tour zum neuen Album. Es ist eine Europa-Tour geplant, die uns auch zu euch nach Deutschland bringen wird. Wir freuen uns schon auf euch!“

© Markus Eck, 02.09.2001

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