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Interview: AXEL RUDI PELL
Titel: Ganz natürlich

Gibt es im Melodic Power Metal- und Heavy Rock-Bereich überhaupt noch Saitenkünstler, die von ihrem eigenen Spiel unheilbar besessen sind? Also solche, die letztlich durch genau diesen Umstand unsagbar gute Kompositionen zustande bringen? Schmerzlich wenige.

Einer davon ist zweifellos dieser populäre blonde Überzeugungstäter. Jahr für Jahr bringt er unter seinem Namen nun schon seit 1989 immer wieder brillante Alben auf den Musikmarkt. Auch der neue Studiolangspieler „Tales Of The Crown“ trägt die unverkennbare kreative Handschrift von Ausnahmetalent Axel Rudi Pell.

Zusammen mit seiner treuen Band bietet der begnadete Bochumer Gitarrenspezialist aktuell mal wieder ein wundervolles Hörerlebnis dar, welches nicht nur aufgrund seiner immensen Eingängigkeiten eine große Genre-Bandbreite abzudecken imstande ist.

„Dieses Jahr feiern wir als Bandbesetzung unser zehnjähriges Beisammensein“, freut sich Axel über die beständige Assistenz seiner Mitmusiker. Respekt: Eine ganze Dekade ohne irgendeine Rotation des Line-Up-Karussells vollbringen auch nur noch die allerwenigsten Gruppen aus der Branche. Diese personelle Geschlossenheit hört man „Tales Of The Crown“ auch deutlich an.

Wie der fingerfertige Blonde im Weiteren zu berichten weiß, hat er erneut sämtliches Material der neuen Platte „Tales Of The Crown“ komplett im Alleingang komponiert.

„Und das umfasst alle Songs an sich, sowie die ganzen Gesangsmelodien samt den dazugehörigen Liedertexten. Ich bin eben ein ungemein schöpferisch veranlagter Mensch; keine Ahnung, wo ich das herhabe. Das Ganze fällt mir ehrlich gesagt nicht mal schwer, ich könnte jedes Jahr mit Leichtigkeit ohne Probleme zwei bis drei neue Alben veröffentlichen, welche dabei qualitativ auch recht hochwertig wären. Meine Ideen fliegen mir meistens einfach nur so zu. Jedoch, ich muss dazu in mentaler guter Stimmung sein, sonst kriege ich nichts zustande. Auf Kommando bringt mir das rein gar nichts.“

Gängige Vorstellungen vom Songwriting sind daher gar nichts für unseren Helden aus dem Ruhrpott, wie er mir noch anvertraut:

„Meine kompositorischen Ideen sammle ich stets auf einem Diktiergerät, welches ich nach Möglichkeit immer dabei habe. Immer also, wenn mir eine gute Melodie in den Kopf kommt, singe oder summe ich sie auf Band. So kommen die allermeisten ergiebigen Einfälle zustande, wenn ich überhaupt gar keine Gitarre umgeschnallt habe.“

Für den umfangreich talentierten Musikus erwies sich diese Vorgehensweise laut eigener Aussage über die Jahre eben als optimale Möglichkeit.

„Ich muss meine Eingebungen sofort auf meinem Gerät festhalten, sonst vergesse ich sie nach zehn Minuten wieder. So kommen über Monate hinweg oft unzählige Einfälle zusammen, von denen ich dann nachfolgend die Besten für meine Songs auswähle. Das hat sich bestens bewährt, weil es einfach perfekt funktioniert.“

Und da gab und gibt es wirklich die ungewöhnlichsten Momente, in denen Axel seine tolle Liedideen in den Geist kommen: „Beispielsweise sogar, wenn ich vom Friseur komme oder mal gerade ein Stück Kuchen esse“, bekennt der Sympathikus in aller Herzlichkeit lachend.

© Markus Eck, 25.09.2008

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