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Interview: AVATAR
Titel: Mit aller Aufrichtigkeit

Unter dem theatralisch düsteren Titel „Black Waltz“ laden diese beutegierigen schwedischen Seelendiebe jetzt mit neuen einnehmenden Liedern zum fatalen Psycho-Fest.

Der opulent arrangierte und atmosphärisch gegossene Melodic Death Metal des Quintetts schiebt sich aktuell mit massiver Industrial-Schlagseite in die Ohrentunnel. Vorher bereits in Skandinavien und in den USA viel beachtet auf die dortigen Märkte gebracht, entlässt man den „Schwarzen Walzer“ nun auch bei uns in die Beine.

So liegt mit diesem vierten Langspiel-Wahnsinn eindeutig die bislang reifste und gleichzeitig vielseitigste Album-Vorstellung dieser erstaunlich wandelbaren Stimmungs-Freaks vor.

„Bevor wir ans Songwriting für die neue Scheibe gingen, hatten wir uns von keinerlei Vorgaben oder Erwartungen irgendwelchen Druck gemacht beziehungsweise machen lassen. Nach dem letzten Album, ,Avatar‘ aus dem Jahr 2010, mit welchem wir sehr viel Erfolg hatten, waren wir uns nämlich allesamt absolut sicher, dass wir uns mit unserer Musik auf kommerziellem Level nicht mehr steigern konnten. Mit diesem nicht unwesentlichen Gedanken im Kopf, wollten wir nachfolgend ein neues Werk völlig ohne Beschränkungen erschaffen. Null % kommerziell, 100 % aufrichtig sollte sie sein, die nächste Avatar-Platte. Das war, wenn man so will, die einzige Vorgabe, die wir uns an uns selbst stellten“, berichtet Drummer John Alfredsson, „und wir freuten uns darauf, genau die Musik zu machen die uns selbst auch am allerbesten gefällt. Ohne daran denken zu müssen, ob den Leuten da draußen gefallen wird. Wir spielten sogar mit dem Gedanken, dass es unser letztes Album sein wird. Daher wollten wir etwas erschaffen, worauf wir persönlich bis ans Ende unserer Tage vorbehaltlos stolz sein können. Genau diese Prämisse ließ ,Black Waltz‘ dann zu dem werden, was es geworden ist. Und ich denke, wir haben unser Ziel erreicht.“

Auch sind die neuen Avatar-Kompositionen sehr viel dunkler und tiefgründiger angelegt als dies zuvor größtenteils der Fall war, so der Schlagzeuger.

„Das liegt daran, dass diese Songs auf echten Gefühlen basieren, die wir hatten und noch haben. Mir liegt die neue CD sehr nahe. Mein Lieblingsalbum ist daneben ,Thoughts Of No Tomorrow‘ von 2006, das einige Gleichnisse mit ,Black Waltz“ innehat. Denn 2006 schrieben wir die Songs mit den Herzen von 17-jährigen. Mittlerweile, älter und reifer geworden, machten wir erneut Kunst, einzig aus unseren tiefsten Gefühlen heraus - so wie damals 2006! In diesem speziellen Punkt haben wir 2010 für ,Avatar‘ leider total versagt, was uns aber eine Lehre war, wie das immens dynamische und authentische ,Black Waltz‘-Werk offenbart. Eine einzigartige Angelegenheit, beinahe unvergleichlich zu anderen Bands. Es wird ohnehin sehr viel musikalische Scheiße unter die Leute gebracht heutzutage, wie wir finden. Damit wollen wir jedoch überhaupt nichts zu tun haben. Wir möchten nämlich absolut individuelle Musik machen, die in jeder gespielten Note etc. aus unserem Innersten kommt.“

© Markus Eck, 24.11.2012

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