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Interview: ARAFEL
Titel: Grenzenlos kreativ

Eine faustdicke Überraschung im positiven Sinne wird „For Battles Once Fought“ für viele Hörer darstellen, das neue und zugleich dritte Album dieser fitten Folk Metal-Horde.

Bislang galten Arafel als Geheimtipp unter Kennern, was sich nun endlich entscheidend zu größerer Popularität hin ändern wird.

Die Gründer der Band wanderten einst aus der Sowjetunion nach Israel aus, wo noch heute die künstlerische Basis von Arafel steht.

Und nach dem 2005er Werk „Second Strike: Through The Flames Of The Ages“ konnten die beteiligten Instrumentalisten mit der kraftvollen Stimme von Helge Stang ihren epischen Sound massiv verstärken. Stang, bekannt als ehemaliger Sänger der deutschen Fantasy Metal-Erfolgsmodelle Equilibrium, stieß im Herbst 2008 zur Horde.

Der Vokalist resümiert, dabei erfreut grinsend:

„Arafel und ich, das begann im Herbst 2008. Da schrieb mir Nasha, unsere Geigerin, eine Email: ‚Arafel sucht einen neuen Mann am Mikrophon.’ Und ob ich denn Lust hätte. Daraufhin habe ich mir den Sound und die Sache mal durch den Kopf gehen lassen und mir gesagt: ‚Hey, warum nicht?’ Und hier sind wir jetzt. Das war natürlich auch lustig. Erste Bandprobe in Tel Aviv: ‚Hier, darf ich vorstellen: Das sind deine Kollegen!’. Und ich stand da in FlipFlop’s, schwitzte mir einen ab und dachte mir ‚Mann, ich verrecke gleich in der Hitze!’.“

Wie Helge weiter berichtet, kommunizierten er und die Band primär für die Arbeiten am neuen Album allerdings über das Internet:

„Wir sendeten uns MP3s hin und her. Ich lasse die Jungs und die Dame stets erstmal an ihren Kompositionen herumwerkeln. Dann sage ich dazu, was ich darüber denke, gebe meine Anregungen in die Runde und schaue, was dabei heraus kommt. Allerdings besteht bei Arafel die Möglichkeit, schon frühzeitig was zu den Songs beizutragen. Das war bei Equilibrium eher ein geschlossenes System. Aber den meisten Kram macht ohnehin Felius. Und er macht das ganz gut.“

Dann bringt sich besagter Saitenschrubber Felius auch gleich noch aktiv ins Gepräch ein.

Der Gitarrist informiert:

„Arafel existiert ja nun schon fast 15 Jahre lang. Innerhalb solch’ einer verhältnismäßig langen Zeit ist man heutzutage als Metal-Band mit mehreren Generationen von Fans konfrontiert. So haben auch wir uns beziehungsweise hat sich unsere Musik verändert. Momentan fühlen wir uns ohnehin so, als würden wir der Welt da draußen zum ersten Mal unsere Songs zeigen. In der Band herrscht absolute Aufbruchsstimmung vor. Wir bemühten uns, unsere in der Vergangenheit erworbenen Stärken für die neue Veröffentlichung möglichst ergiebig einzubringen, ohne uns neuen Inspirationen und kreativen Impulsen zu verwehren.“

Und wie der Griffbrett-Berserker mir noch offenbart, hat seine Truppe in der dortigen Region keinerlei Schwierigkeiten damit, ihre Kunst zu kultivieren.

„Mittlerweile herrscht da eigentlich überhaupt kein Unterschied mehr vor, was die Metal-Gegebenheiten bei euch in Europa anbelangt. Wir haben hier eine Menge an lokalen Bands und auch viele gute Auftrittsmöglichkeiten. Die israelische Metal-Szene wächst jedenfalls kontinuierlich an.“

© Markus Eck, 30.01.2011

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