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Interview: 3 INCHES OF BLOOD
Titel: Rückbesinnung auf alte Klassiker

3 Inches Of Blood, das sind die beiden Schreihälse Cam Pipes und Jamie Hooper, die beiden Gitarristen Shane Clark und Justin Hagberg sowie Bassist Brian Redman samt Drummer Matt Wood.

Zusammen veröffentlicht dieses kernige Sextett aus dem kanadischen Vancouver nach dem 2002er Debüt „Battlecry Under A Winter Sun“ gerade das zweite Album „Advance And Vanquish“ – eine erfrischende und belebende Power Speed Metal-Angelegenheit allererster Kajüte. Besonders das irrwitzig sirenenartige Organ von Pipes verleiht den enthaltenen 13 Krachern eine faszinierend aggressive und ergötzlich bissige Aura, wie man sie im Metal dieser Kategorie leider nur selten zu hören bekommt.

Dass dabei auch eine gehörige Portion gutes altes 80er-Flair zum Tragen kommt, verleiht den eingängigen Kompositionen von 3 Inches Of Blood umso mehr metallisch-bodenständige Authentizität. Der genussvoll raue Charme von „Advance And Vanquish“ definiert sich daneben auch durch bewusst klischeehaft inszenierte Fantasy-Texte über allzu typische Schwermetall-Themen wie Krieger, Orks, Schlachten, Piraten und allerlei mehr.

Insgesamt also Grund genug für mich, um mit Tieftöner Brian Redman einen beiderseitig angeregten Wortwechsel zu führen.

„Richtig, es schon eine ganze Weile her, dass auf Roadrunner Records eine Scheibe wie `Advance And Vanquish` erschienen ist. Das reinrassige Power bzw. Thrash Metal-Ding wurde da lange Zeit für allerlei neue Metal-Stilistiken auf Eis gelegt. Umso mehr sind wir stolz, dort nun unser aktuelles Werk veröffentlichen zu können.“

Ein findiger Talentscout von Roadrunner entdeckte die Jungs bei einem ihrer Gigs in New York und sprach sie an, wie der 26-jährige Brian sich zurückerinnert.

„Als wir einige Zeit später dann den Platten-Deal offeriert bekamen, glaubten wir zu träumen. Da war wohl auch eine große Portion Glück für uns im Spiel. Wir sind derzeit überglücklich, wie man sich leicht vorstellen kann.“ Doch Glück allein reicht in solchen Fällen nur zu selten. Gut also, wenn eine Hammerscheibe wie „Advance And Vanquish“ vorhanden ist.

Der eigenwillige Slang meines Interviewpartners ist nur sehr schwerlich zu verstehen, trotzdem sind alle relevanten Infos gut herauszufiltern. Brian legt nach, von mir auf das überwältigende Album-Frontcover von Altmeister Ed Repka angesprochen:

„Als wir hörten, dass Roadrunner Ed für ein Cover kontaktierten und er nach seiner fast zehnjährigen Pause auch noch einwilligte, waren wir komplett von den Socken. Wir konnten es schier nicht fassen, denn wir sind alle ganz fanatische Old School-Metaller und kennen viele seiner grandiosen Cover-Arbeiten. Unser zweiter Shouter Jamie Hooper fertigte anfangs eine Skizze an, die den Barbaren mit der Doppelaxt vor der brennenden Burg zeigt – diese übersandte er flugs Ed Repka. Das fertige Bild hat uns dann endgültig umgeblasen, denn es ist einfach überwältigend geworden. Ein wahres Meisterwerk. Wer so eine fantastische Hülle für seine CD bekommt, kann sich mehr als glücklich schätzen.“

Ich kann in diesem Punkt nur zustimmen. Denn wer mit den famosen Bildern Repkas vertraut ist, welcher durch brillante Covers für Bands wie Atheist, Death, Megadeth, Evildead und Toxik bekannt wurde, der wird eindeutig sehen, dass Ed in all den Jahren rein gar nichts verlernt hat.

Wie ich von Ed kürzlich persönlich erfuhr, malte er das Cover für „Advance And Vanquish“ letztlich dann auch nur deshalb, weil ihm die Musik der sechs Berserker aus Vancouver so verdammt gut gefallen hat. Eine schöne Geschichte.

Wir gehen zum Bandnamen und seiner eigentlichen Bedeutung über.

Für Brian steht 3 Inches Of Blood dafür, all die ganzen, seiner Meinung nach lächerlichen neueren Metal-Stilistiken wie beispielsweise New Metal, Rap Metal oder Metalcore zu zerstören.

„Wir haben uns bisher davon überhaupt nicht beeindrucken lassen. Nichts geht über die alten Klassiker, wie sie beispielsweise von Ende der 70er bis Mitte der 80er erschienen sind. Viele dieser Scheiben sind bis heute unerreicht geblieben. Das finden wir faszinierend und wir gehen gerade deswegen nun mal unseren eigenen Weg – und der lautet Heavy Metal! Unser kraftvoller, schneller und aggressiver Stil hat eine große Vergangenheit in diesem Metier und wir fühlen uns dieser Tradition sehr verpflichtet. Was wegweisende Speed-Bands wie Helloween einst begannen, und was heute noch von Truppen wie Primal Fear oder Blind Guardian fortgeführt wird, das wollen auch wir machen. Auf unsere ganz ureigene Art und Weise. Zu 100 %.“

© Markus Eck, 24.02.2005

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